Module

Modul 1 Wissen (28. und 29. September 2027)

Diesem ersten Modul steht namensgebend das Wissen voran. Das Wissen um die Abläufe und die Inhalte der Seminarreihe ebenso wie das Wissen um einander. Und natürlich das inhaltliche und fachliche Wissen in der Thematik. Neben dem gemeinsamen Kennenlernen steht das theoretische und rechtliche Fundament der Seminarreihe im Vordergrund dieses Moduls.

Ziele

    • Die Teilnehmenden lernen die Inhalte und Ziele der Modulfortbildung kennen.
    • Die Teilnehmenden erhalten alle relevanten Informationen zu Ablauf und Organisation der Modulfortbildung.
    • Die Teilnehmenden kennen nach dem ersten Modul die rechtlichen wie die ethischen Grundlagen der Inklusions- und Antidiskriminierungspädagogik.
    • Sie erlernen, welche diskriminierenden Ideologien es gibt und wie sie sich in der Kita zeigen können – welche Auswirkungen sie auf Kinder und ihre Familien haben können.
    • Die Teilnehmenden erfahren, welche Kinder- und Familiengruppen als besonders vulnerabel gelten und welche möglichen Bedarfe sich hieraus für die pädagogische Praxis ergeben.
    • Sie wissen um die Mehrfachzugehörigkeit von Kindern und Familien und können diese für ihre pädagogische Praxis nutzbar machen.
    • Sie lernen die Fallstricke der Inklusionspädagogik – Exotisierung, Tourismusfalle, Tokenism, Differenzüberbetonung, Differenzleugung – kennen.
    • Die Teilnehmenden lernen, wie und ab wann Kinder Vielfalt wahrnehmen. Und ob Kinder schon Vorurteile haben können.
    • Sie erhalten ein fundiertes Grundlagenwissen (und zugehörige Materialien für ein vertiefendes Selbststudium) über verschiedene Aspekte der Inklusionspädagogik, welches die Grundlage für die praktische Umsetzung der weiteren Module sind.
    • Und natürlich ein erstes Kennenlernen für eine gute Zusammenarbeit in den nächsten Monaten.

Modul 2 Haltung (18. und 19. Oktober 2027)

Haltung ist der innere Kompass, der die Fachkräfte durch manche Untiefen des Prozesses geleiten wird. Sich seiner zu versichern, ihn noch einmal zu überprüfen, ist ebenso unerlässlich wie seine mögliche Feinjustierung, falls die Fachkräfte da und dort vom Weg abkommen. Dieses Seminar wird die Teilnehmenden in ihrer inklusiven Haltungs(weiter)entwicklung unterstützen.

Ziele

    • Die Teilnehmenden entwickeln eine wertekernbasierte Haltung zum Thema Inklusion.
    • Die Teilnehmenden lernen, dass eine nachhaltige Unterstützung einer positiven Selbstbildentwicklung von Kindern und Familien bei Ihnen selbst beginnt.
    • Die Teilnehmenden werden sich ihrer eigenen Positionierungen in sozialen Machtgefügen bewusst und welche Auswirkungen diese auf ihre pädagogische Praxis haben können.
    • Sie erfahren, dass Partizipation der Schlüssel zur Inklusion ist – dies stärkt ihre partizipatorische Haltung.
    • Die Teilnehmenden erfahren und reflektieren, dass sie mit Macht ausgestattet sind, Inklusionsprozesse zu befördern und zu behindern.
    • Das Modul unterstützt die inklusive Wertekompetenzentwicklung der Teilnehmenden.
    • Die Teilnehmenden sind handlungssicher in der Thematisierung "schwieriger Themen", die Themen der Kinder und ihrer Familien sind (Diskriminierungserfahrungen, Armut, Suchterkrankungen, psychische/chronifizierte Erkrankungen, Tod...).
    • Die Teilnehmenden lernen, dass sie in Inklusionsprozessen Vorbild sind – sie werden diese Rolle handlungsund begründungssicher ausfüllen können.
    • Die Teilnehmenden nehmen ein erstes Set an Methoden mit, die sie in ihr Team mulitplizieren.
    • Sie sind sich ihrer Multiplikatorenrolle bewusst und sind in der Lage, diese umzusetzen.

Modul 3 Kinder (1. und 2. Dezember 2027)

Ein Schlüssel zur Inklusion ist, die Kinder in ihrem vielfältigen So-Sein zu unterstützen, sie so, wie sie sind wahrzunehmen, anzuerkennen und wertzuschätzen. Inklusion macht sich nicht von alleine, wenn nur möglichst unterschiedliche Kinder im Raum sind: Vielfalt und Unterschiede müssen proaktiv angesprochen werden – weil genau sie es sind, die uns bereichern. Wie dies mit Kindern im KiTa-Alltag gestaltet werden kann, ist Thema des Moduls.

Ziele

    • Die Teilnehmenden lernen vielfältige Wege, Kinder in ihrer Ich-Identität zu bestärken sowie sie und ihre Familien in Prozessen der positiven Selbstbildentwicklung zu unterstützen.
    • Die Teilnehmenden lernen, wie sich alle Kinder ressourcenorientiert und vielfältig in Gruppenprozesse einbringen können – ohne sie zu besondern.
    • Sie erfahren, wie sie mit Kindern proaktiv Vielfalt und Unterschiede an- und besprechen können.
    • Die Teilnehmenden erwerben und erarbeiten Methoden, mit denen sie mit den Kindern über Gerechtigkeit sprechen (lernen).
    • Sie führen beide oben genannten Ziele zu der Fähigkeit zusammen, mit Kindern auch über Diskriminierung zu sprechen.
    • Sie erhalten Methoden, um bei Ausschlüssen und Diskriminierungen unter Kindern zu intervenieren.
    • Sie sind sensibler dafür, dass Partizipation ein – wenn nicht der – Inklusionsschlüssel ist.
    • Sie nehmen Ideen mit, wie sie mit den Kindern gemeinsam die Lernumgebung diskriminierungssensibel und inklusiv gestalten können.
    • Sie reflektieren ihre eigenen Vorurteile und Etikettierungen gegenüber Kindern und bauen diese.

Modul 4 Lernumgebung (27. und 28. Januar 2028)

Die Reggio-Pädagogik postuliert den „Raum als 3. Erzieher“ - und als solcher kann er einladen und ausschließen zugleich. Die Lernumgebung, ist eben dieser Raum. Zu sensibilisieren wie er auf die Kinder wirkt, welche Kinder er einlädt da zu sein und welche nicht ist ein Ziel des Moduls. Ein weiteres ist es, die Lernumgebung so zu gestalten, dass sie für alle Kinder da ist – dass alle sich willkommen und angenommen fühlen.

Ziele

    • Die Teilnehmenden lernen, dass das Raum als 3. Erziehender kein neutraler Ort.
    • Sie sind sensibler für Einseitige Botschaften und Ausschlüssen in und durch die Lernumgebung.
    • Die Teilnehmenden untersuchen kritisch, die von ihnen (mit)gestaltete Lernumgebung und bekommen Ideen und Materialien für etwaige Veränderungen an die Hand.
    • Die Teilnehmenden erwerben Methoden wie sie durch Repräsentation und Identifikationsangebote in der Lernumgebung die Ich-Stärkung der Kinder unterstützen können.
    • Die Teilnehmenden reflektieren die bestehenden Repräsentationen der Kinder und ihres Wirkens in den Einrichtungen und werden für eine bewusstere Einbindung von Kindern in diesem Kontext sensibilisiert.
    • Vielfältige Formen der Repräsentation der Familiensprachen der Kinder und ihrer Familien bekommen die Teilnehmenden an die Hand.
    • Die Teilnehmenden lernen vorurteilsbewusste, diskriminierungssensible und vielfaltbejahende Kinderbücher kennen.
    • Sie lernen, woran stereotypisierende und diskriminierende Inhalte in Kinderbüchern zu erkennen sind – und wie mit diesen Büchern zu verfahren ist.
    • Sie lernen eine Vielzahl von vorurteilsbewussten, diskriminierungssensiblen und vielfaltbejahenden Spielmaterialien kennen.
    • Die Teilnehmenden lernen Materialien und Spiele kennen, die Kinder mit Vielfaltsmerkmalen empowern – und darüber hinaus Materialien, die Kinder unterstützen, sich gegen Ungerechtigkeit zu wehren.
    • Die Teilnehmenden verlassen das Modul mit einem Methoden- und Ideenkoffer zur Umgestaltung der Lernumgebung

Modul 5 Eltern (9. und 10. März 2028)

Eine gelingende und inklusive Bildungs- und Erziehungspartnerschaft beginnt bei Fachkräften. Die Anerkennung und Wertschätzung jeder einzelnen Familie – ihrer Werte, Normen, Bedürfnisse, Wünsche, Sorgen und Nöte – ist ein Schlüssel zu einer inklusiven Praxis. Ist dies immer einfach? Nein! Und gerade deshalb ist es umso wichtiger, die Eltern in ihrem So-Sein (auch und vor allem wenn es herausfordernd wird) zu sehen und im Kontakt zu bleiben. Wie hierfür (proaktiv) Räume geschaffen werden und wo wir uns dabei selbst im Weg stehen können, reflektiert dieses Modul.

Ziele

    • Die Teilnehmenden lernen den vom Institut Kinderwelten geprägten Begriff der „Familienkultur“ kennen und welche Implikationen er für die pädagogische Praxis hat.
    • Sie lernen, die "Veranderungs-Tendenzen" (Othering) der interkulturellen Pädagogik zu erkennen und ihnen zu widerstehen.
    • Fachliche Reflexion der eigenen Vorurteile gegenüber Eltern stärkt die inklusive Haltung der Teilnehmenden.
    • Die Teilnehmenden lernen, offen, anerkennend und wertschätzend den Familien zu begegnen – auch und vor allem bei pädagogischen Zielkonflikten.
    • Die Teilnehmenden bekommen Methoden und Ideen für die Öffnung der KiTa für die Familien an die Hand.
    • Die Teilnehmenden lernen, wie die Einzigartigkeit der Familienkultur in der Einrichtungskultur sich wiederfinden kann.
    • Die Teilnehmenden sind handlungssicher, wenn Eltern sich einseitig, stereotyp und oder diskriminierend äußern.

Modul 6 Abschluss (21. April 2028)

Jede Reise ist einmal zu Ende. Was erreicht und erlebt wurde, soll und darf noch einmal Revue passieren. Das Erreichte bekommt einen würdigen Raum. Das offen gebliebene wird sortiert für die nächsten Schritte und Visionen für die weiteren Wege werden entworfen. Alle verabschieden sich und führen nun ihre Reise zu einem Mehr an Inklusion mit anderen Menschen fort.

Ziele

    • Die Teilnehmenden werden eine Posterpräsentation ihres Schwerpunkt-Themas ausstellen.
    • Die Teilnehmenden nehmen eine Vision und konkrete Weiterentwicklungsschritte ihres Schwerpunktthemas mit in die Praxis.
    • Zertifikatsübergabe
    • einen guten Abschluss gemeinsam finden...