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Kunst vor Ort

Lokal, kreativ und nah bei den Menschen

Das Projekt "Kunst vor Ort" beispielsweise steht für Kunst im öffentlichen Raum. Ein öffentliches Kunstwerk ist immer ein Wagnis und Gegenstand von Diskussionen. Es dokumentiert allerdings auch die Verbundenheit von Künstlern mit der Region und kann lokale Eigenarten herausarbeiten und anschaulich werden lassen.

Das Besondere an "Kunst vor Ort": Die Menschen können dem Künstler bei der Gestaltung seines Werkes direkt „über die Schulter" schauen und so einen Überblick über die Künstlerinnen und Künstler in unserer Region und deren vielfältige Techniken und Arbeitsweisen bekommen.

"Kunst vor Ort“ entstand 1999 aus einer gemeinsamen Initiative der Sparkasse Langen-Seligenstadt und des Kreises Offenbach, um genau diese Verbindung von Kunst, Region und Öffentlichkeit zu fördern. Seitdem wurden teilweise bereits zum zweiten Mal Arbeiten in Heusenstamm, Mühlheim am Main, Dietzenbach, Langen, Obertshausen, Neu-Isenburg, Dreieich, Hainburg, Egelsbach, Mainhausen, Rodgau und Seligenstadt realisiert. Somit sind in nunmehr zwölf der 13 Kreiskommunen Kunstwerke im Rahmen des Projekts entstanden. Da Rödermark nicht zu dem Gebiet der Sparkasse Langen-Seligenstadt gehört, findet hier die Aktion nicht statt.

Das jüngste Kunstwerk der Reihe steht auf dem Lutherplatz in Langen und ist eine Skulptur des Reformators. Das Kunstwerk von Andreas Kopp soll auf die Reformation verweisen und deren Bedeutung für Gegenwart und Zukunft herausstellen. Martin Luther hat mit seinen am 31. Oktober 1517 am Portal der Schlosskirche zu Wittenberg angebrachten 95 Thesen den entscheidenden Impuls der reformatorischen Bewegung gegeben. Die Reformation veränderte die Kirche, Europa und die Welt. Errungenschaften wie Freiheit, Bildung und Sprache sind heute selbstverständliche Grundlagen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens, die aber immer wieder neu herausfordern. 

Die Figur selbst ist rund 190 Zentimeter hoch und aus zehn Millimeter dickem Cortenstahl gelasert. Die Oberfläche dieses Materials korrodiert in lebendigen Farbtönen und schützt die Skulptur vor Witterungseinflüssen.Wichtig ist dem Künstler, dass die Begegnung des Betrachters mit der Skulptur Luthers auf Augenhöhe stattfindet. Daher wurde auf jegliche Erhöhung und jegliche Inszenierung der Figur des Reformators verzichtet. Luther soll vielmehr als ein selbstverständlicher Bestandteil des Lutherplatzes wahrgenommen werden. Die Figur erscheint zudem wie ein Scherenschnitt. Ihre beiden Seiten werden durch einen circa zwölf Zentimeter breiten, sich nach oben hin verjüngenden Glaskeil, der den Glauben versinnbildlichen soll, zu einer Einheit verbunden. Der Glaskörper selbst wurde aus verklebtem Schichtglas gefertigt.