Obstdiebstahl
Frisches Obst, Beeren oder Kräuter müssen längst nicht mehr nur im eigenen Garten oder auf dem Wochenmarkt erworben werden. Webseiten, wie www.mundraub.org, zeigen auf digitalen Karten an, wo in der Region frei zugängliche Bäume, Sträucher und Wildkräuter stehen, die man ganz legal und kostenlos ernten darf. Die Anwendung lässt sich kinderleicht handhaben. Es öffnet sich eine Karte, auf der farbige Symbole die Standorte markierter Pflanzen zeigen. Mit einem Klick auf das Symbol erfährt man, um welche Sorte es sich handelt, wann die Früchte voraussichtlich reif sind und ob andere Nutzer bereits ihre Erfahrungen hinterlegt haben. Wer möchte, kann selbst neue Fundstellen eintragen, Fotos hochladen oder Hinweise ergänzen. So entsteht eine Art Gemeinschaftskarte, die nicht nur bei der Suche hilft, sondern auch dazu beiträgt, Wissen über die regionale Pflanzenvielfalt zu teilen. Auf diese Weise wird gleichzeitig Lebensmittelverschwendung vermieden, da viele Früchte an öffentlichen Stellen sonst ungenutzt verderben würden.
Wichtig zu wissen ist jedoch, dass das Pflücken auf privaten Grundstücken oder in Streuobstwiesen ohne Erlaubnis nicht gestattet ist. Auch im Kreis Offenbach berichten die Streuobstbauern immer wieder von Diebstählen, bei denen ganze Bäume abgeerntet oder Äste beschädigt wurden. Dagegen wird inzwischen verstärkt vorgegangen. Polizei, Ordnungsamt und Naturschutzbehörde kontrollieren bestimmte Gebiete deshalb regelmäßig. Wer trotzdem unbefugt Obst mitnimmt, begeht nach Paragraf 242 des Strafgesetzbuches (StGB) Diebstahl. Abhängig vom Umfang kann dies mit einer Geldstrafe oder sogar einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden.
Ein solches Verhalten ist völlig unnötig. Denn wer die genannte Website besucht, findet ausreichend Möglichkeiten, ohne schlechtes Gewissen zu pflücken und zugleich die Naturverbundenheit zu stärken.