Pflegehelfer+ für europäischen Sozialpreis nominiert
Das Projekt „Pflegehelfer+“ der Pro Arbeit – Kreis Offenbach (AöR) findet europaweit Anerkennung: Es gehört zu den Finalisten der European Social Services Awards 2026 des European Social Network (kurz: ESN). Nominiert ist das Projekt in der Kategorie „Ageing and Long-Term Care Excellence“. Mit der Auszeichnung werden innovative Ansätze gewürdigt, die dazu beitragen, den Herausforderungen einer alternden Bevölkerung zu begegnen und die Langzeitpflege nachhaltig zu stärken. Noch bis Montag, 26. Oktober 2026, kann öffentlich unter https://connect.esn-eu.org/vote/4/1/ über die Finalisten abgestimmt werden.
„Die Nominierung ist eine besondere Anerkennung für ein Projekt, das zwei große Herausforderungen unserer Zeit miteinander verbindet“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete Carsten Müller. „Wir eröffnen Menschen, die bislang nur schwer Zugang zum Arbeitsmarkt gefunden haben, eine berufliche Perspektive und tragen gleichzeitig dazu bei, dringend benötigte Mitarbeitende für die Pflege zu gewinnen. Dass dieser Ansatz nun europaweit Beachtung findet, ist eine schöne Bestätigung für die Arbeit aller Beteiligten.“
Pflegehelfer+ richtet sich an Arbeitsuchende, denen beispielsweise aufgrund fehlender Qualifikationen, geringer praktischer Erfahrung oder noch nicht ausreichender Sprachkenntnisse der Einstieg in Beschäftigung erschwert ist. Gleichzeitig besteht in der Langzeitpflege ein anhaltend hoher Bedarf an Arbeitskräften. Das Projekt bringt deshalb Arbeitsvermittlung, Bildungsanbieter und Pflegeeinrichtungen zusammen. Die Teilnehmenden erhalten eine gezielte berufliche Qualifizierung, sammeln praktische Erfahrungen und werden individuell auf ihrem Weg in eine Beschäftigung begleitet. Gerade das Zusammenspiel der verschiedenen Akteure ermöglicht es, neue Zugänge in ein Berufsfeld zu schaffen, in dem Arbeitskräfte dringend benötigt werden.
Hinter der europäischen Projektarbeit der Pro Arbeit steht eine eigene Einheit für Europäisches Projektmanagement, die seit ihrer Gründung im Jahr 2019 von Amira Bieber geleitet wird. Unter ihrer Leitung wurden bislang 29 Projekte mit mehr als 160 internationalen Partnern umgesetzt. Der Austausch über Länder- und Sektorengrenzen hinweg ermöglicht es, von den Erfahrungen anderer Regionen zu lernen, erfolgreiche Ansätze weiterzuentwickeln und zugleich eigene Erfahrungen aus dem Kreis Offenbach in europäische Netzwerke einzubringen.
Auch Bieber selbst gehört in diesem Jahr zu den Finalistinnen und Finalisten der European Social Services Awards. Sie ist für den „Social Services Leadership Award“ nominiert. Die Kategorie würdigt Führungspersönlichkeiten im Bereich sozialer Dienstleistungen, die Veränderungen vorantreiben und insbesondere die Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure und Sektoren stärken. In der Begründung für die Nominierung wird unter anderem Biebers Arbeit an europäischen Projekten in den Bereichen soziale Inklusion, Beschäftigung und kommunale Entwicklung sowie ihr Engagement für den Wissensaustausch über Sektoren und Ländergrenzen hinweg hervorgehoben.
Damit ist der Kreis Offenbach in diesem Jahr gleich mit zwei Nominierungen bei den European Social Services Awards vertreten. Im Mittelpunkt steht mit Pflegehelfer+ ein Projekt, das europäische Zusammenarbeit mit einer ganz konkreten Aufgabe vor Ort verbindet: Menschen neue berufliche Perspektiven zu eröffnen und gleichzeitig Arbeitgeber bei der Gewinnung dringend benötigter Arbeitskräfte zu unterstützen.
Die European Social Services Awards werden 2026 bereits zum achten Mal vergeben. Die Preisverleihung findet am 19. und 20. November 2026 in Rom statt. Zuvor entscheidet auch die Öffentlichkeit mit: Noch bis zum 26. Oktober 2026 können Stimmen für die Finalisten abgegeben werden. Wer das Projekt Pflegehelfer+ aus dem Kreis Offenbach unterstützen möchte, kann online unter https://connect.esn-eu.org/vote/4/1/ für das Projekt abstimmen.
Mehr über die Pro Arbeit und ihre Projekte gibt es unter www.proarbeit-kreis-of.de.