„KREIS OFFENBACH für Frankfurt Rhein Main World Design Capital 2026, Design für Democracy. Atmospheres for a better life“
Das Projekt „Mensch, Natur, Zusammenhalt - ENSO“ als Beitrag des Kreises Offenbach zum World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 ist ein regionales Beteiligungs- und Kulturvorhaben im Rahmen des internationalen Programms „Design for Democracy. Atmospheres for a better life“. Die Auszeichnung zur World Design Capital wird von der World Design Organization vergeben und würdigt Städte und Regionen, die Design gezielt zur Verbesserung von Lebensqualität sowie zur Förderung nachhaltiger, sozialer und innovativer Entwicklungen einsetzen. Die Region Frankfurt RheinMain hat sich erfolgreich um den Titel für das Jahr 2026 beworben und schafft damit einen internationalen Rahmen für vielfältige Projekte.
Der Kreis Offenbach nutzt diese Plattform, um sich aktiv einzubringen und die eigene kulturelle sowie gesellschaftliche Vielfalt sichtbar zu machen. Ziel des Projekts ist es, die kreisangehörigen Kommunen einzubeziehen und ein gemeinsames, identitätsstiftendes Format zu schaffen, das die Region als zusammenhängenden Lebens- und Kulturraum erlebbar macht. Gleichzeitig soll die internationale Sichtbarkeit des Kreises im Kontext der World Design Capital gestärkt werden.
Die konzeptionelle Grundlage bildet das Leitmotiv „ENSO“, der Kreis. In der Zen-buddhistischen Philosophie steht das ENSO für Ganzheit, Verbundenheit und den Moment freier schöpferischer Entfaltung. Übertragen auf den Kreis Offenbach symbolisiert es Zusammenhalt, Vielfalt und ein gemeinsames Selbstverständnis. Die Idee des Kreises wird dabei sowohl inhaltlich als auch strukturell aufgegriffen: Die teilnehmenden Kommunen leistet einen eigenen Beitrag und wird Teil eines gemeinsamen Ganzen.
Inhaltlich orientiert sich das Projekt an den vier Elementen Wasser, Luft, Erde und Feuer. Diese bilden die thematische Klammer für sämtliche Aktivitäten und stehen zugleich für zentrale ökologische und gesellschaftliche Fragestellungen. Die Natur dient dabei als Vorbild für nachhaltiges Handeln und als verbindendes Element für alle Beteiligten. Ziel ist es, ein Bewusstsein für die gemeinsame Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft zu fördern.
Zur künstlerischen Umsetzung konnten acht internationale Künstlerinnen und Künstler gewonnen werden, die im Laufe des Jahres vielfältige Formate im Kreisgebiet realisieren. Die künstlerische Leitung liegt bei Miruna-Andreea Costa. Die beteiligten Kunstschaffenden – darunter Nora Blaj, Sam Durant, Tanja S.F. Hoffmann, Peter Müller, Roland Pangrati, Lasse-Marc Riek und Kai Roeffen – entwickeln Projekte, die sich jeweils auf unterschiedliche Weise mit den vier Elementen auseinandersetzen und zugleich auf aktive Beteiligung der Bevölkerung ausgerichtet sind.
Im Themenfeld „Wasser“ sind künstlerische und partizipative Formate vorgesehen, die Musik, Bewegung und visuelle Gestaltung miteinander verbinden. Dazu gehören interaktive Mitmachaktionen, bei denen individuelle Kunstwerke entstehen, ebenso wie außergewöhnliche Konzertformate, etwa in leerstehenden Schwimmbecken.
Das Element „Luft“ greift die Wahrnehmung von Umwelt und Lebensqualität im öffentlichen Raum auf. Geplant sind unter anderem künstlerische Gestaltungen von bislang wenig attraktiven Orten wie Unterführungen sowie Installationen, die natürliche Klangräume erfahrbar machen. Auch performative und klangbasierte Arbeiten, etwa zur Visualisierung von Musik und Emotion, sind Teil des Programms.
Im Bereich „Erde“ stehen Natur, Geschichte und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt. Vorgesehen sind Ausstellungen mit naturbasierten Materialien, Audiowalks zur lokalen Historie sowie Maßnahmen mit ökologischem Bezug, etwa Baumpflanzaktionen. Ziel ist es, die Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sowie zwischen Menschen und Umwelt erfahrbar zu machen.
Das Element „Feuer“ symbolisiert Energie, Transformation und Zukunft. Es wird künstlerisch durch Ausstellungen, Lichtprojekte und fotografische Formate umgesetzt. Gleichzeitig sollen niedrigschwellige Mitmachangebote, insbesondere für Kinder und Jugendliche, einen Zugang zu den Themen schaffen und das Bewusstsein für gesellschaftliche Verantwortung stärken.
Der bisherige Projektverlauf ist durch die konzeptionelle Entwicklung im Jahr 2025 sowie erste Abstimmungen mit den Kommunen geprägt. In einem Auftaktgespräch im Oktober 2025 wurde bereits von mehreren Kommunen Interesse an einer Mitwirkung signalisiert. Parallel wurden die Projektunterlagen erarbeitet und in den politischen Gremien eingebracht. Die operative Umsetzung liegt bei der Projektleitung, während der Kreis Offenbach insbesondere die administrative Koordination sowie die Fördermittelabwicklung übernimmt.
Die Finanzierung des Projekts erfolgt derzeit zu gleichen Teilen aus Mitteln des Kulturfonds Frankfurt RheinMain sowie aus vorhandenen Restmitteln der Kulturförderung des Kreises Offenbach. Weitere Drittmittel sollen – sofern verfügbar – ergänzend eingesetzt werden.
Aktuell befindet sich das Projekt in der Phase der weiteren Konkretisierung und Vorbereitung für das Veranstaltungsjahr 2026. Hierzu zählen insbesondere die Abstimmung mit den teilnehmenden Kommunen, die Ausarbeitung der einzelnen Programmpunkte sowie die organisatorische und finanzielle Absicherung.
Insgesamt stellt das Projekt „Mensch, Natur, Zusammenhalt - ENSO“ einen innovativen Ansatz dar, um kulturelle Vielfalt, gesellschaftlichen Zusammenhalt und nachhaltiges Denken im Kreis Offenbach zu fördern. Durch die Verbindung von internationalem Kontext, regionaler Identität und breiter Bürgerbeteiligung bietet es die Chance, den Kreis Offenbach nachhaltig zu positionieren und langfristige Impulse für die kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung der Region zu setzen.