„Zweite Chance“ im Austausch mit Sozialministerin

Die Prävention von Wohnungslosigkeit erfordert frühe Hilfe, verlässliche Strukturen und eine enge Zusammenarbeit vor Ort. Genau diese Aspekte waren Thema des Besuchs der Hessischen Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales Heike Hofmann, am Standort des Modellprojekts „Zweite Chance“. Gastgeber war die Pro Arbeit – Kreis Offenbach – (AöR), die das Projekt koordiniert.

Zum Auftakt informierte sich die Ministerin bei einer Begehung des Sozialkaufhauses der Paritätische Projekte gGmbH über die angebotenen Leistungen. Dabei ging es auch um die Lebensrealitäten der Menschen, die durch das Projekt erreicht werden. Anschließend folgte ein fachlicher Austausch in Form einer Podiumsdiskussion. Neben Heike Hofmann nahmen der Erste Kreisbeigeordnete Carsten Müller, der Vorstand der Pro Arbeit – Kreis Offenbach – (AöR) Boris Berner und der Geschäftsführer der Paritätischen Projekte gGmbH Jörg Gonnermann teil. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie präventive Hilfen früher greifen können. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Jobcentern und dem Land.

Das Projekt „Zweite Chance“ verbindet Armutsbekämpfung mit sozialer Stabilisierung. Dabei greifen Beratung und Arbeitsmarktintegration ineinander. Dadurch sollen Menschen in prekären Lebenslagen nachhaltig unterstützt werden. Besonders im Fokus stehen Personen, die von Wohnungslosigkeit betroffen oder bedroht sind. Ihnen sollen außerdem neue Perspektiven für eine gesellschaftliche Teilhabe eröffnet werden. Das Projekt wird in Kooperation mit dem Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, der Paritätischen Projekte gGmbH, der Stadt Neu-Isenburg, der Hochschule Fulda sowie der IU Internationale Hochschule Mainz umgesetzt.

Alle Akteure waren sich einig, dass Prävention verlässlich organisiert werden muss. Denn frühzeitige Unterstützung mindert individuelles Leid und entfaltet zugleich eine Wirkung, die über den Einzelfall hinausreicht. „Das Modellprojekt ‚Zweite Chance‘ zeigt, dass erfolgreiche Prävention genau dort ansetzt, wo Zuständigkeiten oft enden. Durch die konsequente Sozialraumorientierung werden Menschen frühzeitig erreicht, bevor sich schwierige Lebenslagen verfestigen. Entscheidend ist dabei, soziale Stabilisierung und Arbeitsmarktintegration gemeinsam zu denken. Dieses Ineinandergreifen eröffnet nachhaltige Perspektiven und macht den Erfolg des Projekts aus“, betonte Ministerin Hofmann.

Ziel ist ein Ansatz, der konsequent an den betroffenen Menschen ausgerichtet ist. „Das Projekt ‚Zweite Chance‘ steht beispielhaft für einen innovativen und integrierten Ansatz in der Armutsbekämpfung“, machte Carsten Müller deutlich. „Der Schwerpunkt liegt darauf, die Zusammenarbeit der beteiligten Akteure weiter zu verbessern, Prozesse zu vereinfachen und Unterstützungsangebote so zu verzahnen, dass Hilfe schnell und zuverlässig dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Denn letztlich geht es darum, Teilhabe zu stärken und nachhaltige Wege in Beschäftigung zu ermöglichen.“