Stiftung fördert neun Projekte mit insgesamt 80.999 Euro
Die Stiftung „Miteinander Leben“ hat den Weg für die Förderung weiterer Initiativen freigemacht und beschlossen, neun gemeinnützige Projekte finanziell zu unterstützen. Die genehmigten Anträge belaufen sich auf insgesamt 80.999 Euro. Die einzelnen Beiträge liegen zwischen 500 und 20.000 Euro.
„Die aktuelle Förderung zeigt, wie stark das ehrenamtliche Engagement im Kreis Offenbach wirkt“, sagt Landrat Oliver Quilling in seiner Funktion als Vorsitzender des Vorstands der Stiftung „Miteinander Leben“. „Vereine greifen Anliegen auf, die für das Zusammenleben vor Ort von Bedeutung sind, und entwickeln daraus konkrete Projekte. Die Stiftung unterstützt diese Arbeit, da sie Menschen ermutigt, Verantwortung für ihre Stadt, ihre Gemeinde und ihre Nachbarschaft zu übernehmen. Genau daraus entsteht ein Zusammenhalt, der nicht verordnet werden kann, sondern aus gemeinsamen Interessen, Tätigkeiten und Hobbys heraus entsteht.“
Drei Orgelprojekte, die jeweils auf ihre Art außergewöhnlich sind, wurden mit den höchsten Fördersummen bedacht. Der Förderverein „Orgel am Marktplatz Neu-Isenburg e. V.“ erhielt 20.000 Euro für die Anschaffung einer Orgel. Die Kirchengemeinde „Am Marktplatz“ in Neu-Isenburg möchte die dringend benötigte Orgel für die Marktplatzkirche kaufen und das Kirchengebäude damit stärker für die Stadtgesellschaft öffnen. Zugleich soll ein Ort für Gemeinschaft und Kultur entstehen, der das Miteinander in Neu-Isenburg stärkt.
Ebenfalls 20.000 Euro gingen an den „Förderverein Evangelische Kirchengemeinde Heusenstamm e. V.“ für den Bau einer neuen Kirchenorgel. Die vorhandene kleine einmanualige Orgel aus dem Jahr 1971 ist aufgrund ihres Zustands und ihrer sehr begrenzten musikalischen Möglichkeiten für die aktuellen Anforderungen zeitgemäßer Kirchenmusik nicht mehr ausreichend. Geplant ist nun ein zweimanualiges Instrument, das dezentral auf drei Werke verteilt wird. Eine Altarorgel soll als sogenanntes Schwalbennest links und rechts des Chorraums aufgehängt werden, während Schwellwerk und Pedal zusammen mit dem Spieltisch kompakt auf der Empore stehen. So bleibt genug Platz für den Chor.
Der „Freundeskreis zur Förderung der Evangelischen Kirchengemeinde Egelsbach e. V.” bekam 20.000 Euro für die Generalüberholung der Orgel. Das Instrument von Förster & Nicolaus begleitet seit dem Jahr 1913 Egelsbacher Feste und Gottesdienste im Jahreslauf. Nach vielen Jahrzehnten treuer Dienste benötigt die Orgel nun eine umfassende Erneuerung. Eine neue Technik soll künftig dafür sorgen, dass der Klang wieder klar und stimmig ist.
Für das Projekt „Wald verbindet Nationen“ erhielt die Waldfreunde gGmbH eine Unterstützung in Höhe von 10.000 Euro. Geplant ist eine große gemeinschaftliche Pflanzaktion Ende Oktober im Dietzenbacher Stadtwald. Dabei soll ein offizieller Weltrekordversuch gestartet werden, bei dem möglichst viele Nationen gemeinsam an einer Pflanzaktion teilnehmen. Das Projekt verbindet Naturschutz mit Begegnung und gemeinschaftlichem Engagement. Es wird in Kooperation mit der Kreisstadt Dietzenbach, dem Kreisausländerbeirat Offenbach und dem Ausländerbeirat Dietzenbach umgesetzt.
Die NABU-Gruppe Neu-Isenburg erhielt 5.000 Euro für die Anschaffung eines VW-Busses, der bei der täglichen Arbeit in der heimischen Flora und Fauna zum Einsatz kommt. Der bisher genutzte Bus ist seit Anfang 2009 im Einsatz und kam Ende 2025 nur noch mit Mühe über den TÜV. Ohne ein geeignetes Fahrzeug können Maschinen wie Mulcher, Freischneider oder Mähbalken jedoch nicht zu den Einsatzorten gebracht werden. Auch der Abtransport von Schnittgut wäre ohne Bus kaum zu bewältigen.
Der Geschichtsverein Mühlheim am Main e. V. konnte einen Zuschuss von 2.500 Euro für das Buchprojekt „Verschwunden – aber nicht vergessen” entgegennehmen. In dem Buch sollen Texte, Fotografien und Erinnerungen an Gebäude, Traditionen und Einrichtungen, die es in Mühlheim nicht mehr gibt, zusammengetragen werden. Der Fokus der Publikation liegt dabei auf früheren Institutionen, verschwundener Gastronomie und dem Handwerk, Dingen aus dem Haushalt sowie ehemaligen sozialen Einrichtungen. Das Werk soll Vergangenes sichtbar machen und die lokale Erinnerungskultur stärken.
Bei der Erstellung der Publikation „Waldenser in Neu-Isenburg” wurde dem Verein für Geschichte, Heimatpflege und Kultur Neu-Isenburg e. V. mit 1.600 Euro unter die Arme gegriffen. Grundlage hierfür sind die Forschungen von Dr. Gudrun Petasch zu den Einflüssen der Waldenser im frühen Neu-Isenburg. Diese waren ein entscheidender Faktor für die Verleihung des Titels „Hugenotten- und Waldenserstadt” an Neu-Isenburg, wodurch die Stadt ein Alleinstellungsmerkmal in Hessen erhielt. Aus Vorträgen von Dr. Gudrun Petasch und Pfarrer i. R. Matthias Loesch soll nun eine Broschüre entstehen.
Die Tischtennisabteilung des SC Steinberg wurde für das Projekt „Ping Pong Parkinson und Neuro Tango – Ein STARKES Duo” mit 1.399 Euro unterstützt. Damit möchte der Verein sein Angebot für Menschen mit der Diagnose Parkinson sowie für Menschen mit anderen neurologisch bedingten Einschränkungen erweitern. In den letzten drei Jahren hat der Verein bereits ein inklusives Tischtennisangebot für Menschen mit Parkinson etabliert. Nun soll Neuro Tango hinzukommen. Ziel ist es, durch regelmäßige Bewegung, soziale Teilhabe und gemeinschaftliche Erlebnisse die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu verbessern. Dabei stehen nicht die Krankheit, sondern der Mensch und die Freude an Bewegung im Mittelpunkt. Menschen mit Parkinson sollen aktiv in das Vereinsleben integriert werden. Durch die Kombination aus Tischtennis und Tango-Tanzen sollen ihnen neue Perspektiven sowie körperliche Aktivität und soziale Bindung ermöglicht werden.
Der ADFC Langen/Egelsbach durfte sich über eine Spende in Höhe von 500 Euro für die Umsetzung eines Radfahrkurses freuen. Der Kurs richtet sich gezielt an Frauen, insbesondere an Migrantinnen, die das Fahrradfahren neu erlernen oder ihre Kenntnisse vertiefen möchten. Die Mobilität, die Sicherheit im Straßenverkehr und die Selbstständigkeit der Kursteilnehmerinnen soll so gestärkt werden. Für viele Frauen mit Migrationsgeschichte ist das Fahrrad ein wichtiger Baustein, um den Alltag unabhängiger zu gestalten. Nach Kursende sind gemeinsame Fahrradtouren speziell für Frauen geplant, die der weiteren Übung und der sozialen Vernetzung dienen sollen.