Fit für die Jugendarbeit: Kreis bietet neue Seminare an
Wer Verantwortung für junge Menschen übernimmt, steht immer wieder vor Situationen, in denen Erfahrung allein nicht genügt. Sechs Seminare der Jugendförderung, des Jugendbildungswerks und des Jugendschutzes des Kreises Offenbach vermitteln deshalb im zweiten Halbjahr 2026 Wissen für die Praxis. Die Angebote richten sich je nach Thema an ehrenamtlich Engagierte oder Fachkräfte. Sie können zudem als Baustein für den Erwerb der Juleica, aber auch für die Fortbildung von Juleica-Inhabenden angerechnet werden. Das Mindestalter für die Qualifizierung liegt bei 15 Jahren.
Den Auftakt bildet am Samstag, 5. September 2026, ein Workshop in Mühlheim. Unter dem Titel „Leiten und Begleiten auf Augenhöhe – sicher, klar und authentisch im Umgang mit altersnahen Gruppen“ geht es von 10:00 bis 16:00 Uhr darum, Verantwortung zu übernehmen, wenn zwischen Gruppenleitung sowie Teilnehmenden nur wenige Lebensjahre liegen. Anne Vogel vom Jugendbildungswerk und Irini Chilas von der Jugendförderung Mühlheim zeigen, wie junge Ehrenamtliche ihre Rolle finden und persönliche Grenzen wahren können. Auch der selbstbewusste Umgang mit Störungen wird praktisch erprobt. Das Seminar im Jugendzentrum, Rodaustraße 16 in Mühlheim, richtet sich an Ehrenamtliche zwischen 15 und 25 Jahren.
Rechtssicherheit steht am Freitag, 25. September 2026, von 16:00 bis 20:00 Uhr im Kreishaus, Werner-Hilpert-Straße 1 in Dietzenbach, im Mittelpunkt. Rechtsanwalt Leonard Langenkamp widmet sich der Aufsichtspflicht und Fragen der Haftung. Auch der Jugendschutz kommt zur Sprache. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf rechtlichen Vorgaben für Fotos und Veröffentlichungen. Eigene Fälle aus der Praxis können die Teilnehmenden in Kleingruppen besprechen. Leonard Langenkamp ist Fachanwalt für Sportrecht und Arbeitsrecht in Frankfurt und seit vielen Jahren ehrenamtlich in der verbandlichen Jugendarbeit aktiv. Das Angebot richtet sich an Fachkräfte und Ehrenamtliche.
Bereits einen Tag später folgt am Samstag, 26. September 2026, von 10:00 bis 15:00 Uhr „BRAVE TALK – Jugendliche in psychischen Krisen kompetent begleiten“. Ehrenamtliche zwischen 15 und 25 Jahren lernen, Warnsignale psychischer Krisen besser zu erkennen und junge Menschen sensibel anzusprechen. Die Fortbildung zeigt zudem, wann professionelle Hilfe notwendig ist und wie Betroffene an geeignete Angebote weitervermittelt werden können. Geleitet wird die Veranstaltung von der Diplom-Psychologin und Psychologischen Psychotherapeutin Marion Sehr. Sie ist zertifizierte BRAVE-TALK-Trainerin und Vorsitzende des Seligenstädter Bündnisses gegen Depression e. V. Veranstaltungsort ist das Evangelische Gemeindehaus, Uhlandstraße 1 in Hainburg.
Im Oktober folgen drei weitere Angebote. „Queer in der Jugendarbeit – verstehen, begleiten, stärken“ beschäftigt sich am Donnerstag, 22. Oktober 2026, von 16:00 bis 20:00 Uhr im Kreishaus in Dietzenbach mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt. Das Seminar mit Anno Bolender soll Fachkräften und Ehrenamtlichen mehr Sicherheit im Umgang mit entsprechenden Fragen geben.
Um Suchtprävention geht es am Dienstag, 27. Oktober 2026, von 17:00 bis 19:30 Uhr ebenfalls im Kreishaus. Laura Bender vom Suchthilfezentrum Wildhof erläutert, woran sich problematischer Konsum erkennen lässt und wie Verantwortliche das Thema gegenüber Jugendlichen ansprechen können. Das Seminar „Wenn Alkohol, Vape & Co. zum Thema werden – Suchtprävention in Verein und Verband“ orientiert sich dabei an konkreten Situationen aus der Jugendarbeit.
Den Abschluss bildet am Donnerstag, 29. Oktober 2026, von 17:00 bis 20:00 Uhr die Online-Fortbildung „Zwischen TikTok und Gaming – Jugend & Medien medienpädagogisch einordnen“. Marten Duck, Medienpädagoge bei der Digitalitätsberatung der LKB Hessen e. V., gibt Einblicke in digitale Lebenswelten junger Menschen. Dabei geht es um aktuelle Apps und Games. Weitere Entwicklungen werden aus medienpädagogischer Sicht eingeordnet und auf ihre Bedeutung für die praktische Jugendarbeit untersucht. Mit den Fortbildungen stärkt der Kreis die Jugendarbeit und unterstreicht den hohen Stellenwert des ehrenamtlichen Engagements junger Menschen.
Die Jugendleiter-Card ist der bundesweit einheitliche Ausweis für Ehrenamtliche in der Jugendarbeit. Sie dient nicht nur als Legitimation, sondern auch als Qualifizierungsnachweis. Die Ausbildung vermittelt praxisnah Kompetenzen, die in der Jugendarbeit ebenso wie im Berufsleben gefragt sind, denn sie fördert die eigene Teamfähigkeit, das Organisationstalent und das Krisenmanagement. Als Anerkennung bietet die Juleica zudem zahlreiche Vergünstigungen, wie Einkaufsrabatte, Eintrittsermäßigungen bei Veranstaltungen und Volkshochschulkursen sowie in Schwimmbäder und Badeseen.
Wer Interesse an der Ausbildung oder den einzelnen Fortbildungen hat, kann sich an Franziska Simon von der Jugendförderung, Telefon 06074 8180-3180, E-Mail f.simon@kreis-offenbach.de, oder Anne Vogel vom Jugendbildungswerk, Telefon 06074 8180-5445, E-Mail a.vogel@kreis-offenbach.de, von der Jugendförderung des Kreises wenden. Weitere Informationen zur Seminarreihe gibt es unter www.kreis-offenbach.de/seminarkalender_jugendförderung.