Kreis-Offenbach-Platz in Kiryat Ono

In Israel gibt es künftig einen „Kreis-Offenbach-Platz". Während eines Aufenthalts in Israel Ende April haben Landrat Oliver Quilling und eine fünfköpfige Delegation von Kreistagsmitgliedern aus mehreren Fraktionen zusammen mit dem Bürgermeister von Kiryat Ono, Yossi Nishri, den Platz im Herzen der Gemeinde östlich von Tel Aviv eingeweiht. In der Nähe des neuen Rathausgebäudes symbolisiert nun außerdem ein Gedenkstein die 20-jährige Freundschaft zwischen dem Kreis Offenbach und Kiryat Ono. Auf dem Programm des viertägigen Besuches vom 28. April bis zum 1. Mai standen neben den Einweihungs-feierlichkeiten in Kiryat Ono, ein Besuch Jerusalems und der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem sowie ein Kurz-Aufenthalt in Tel-Aviv.

„Die Stadtverwaltung von Kiryat Ono hat die Entscheidung getroffen, einen Platz nach dem Kreis Offenbach zu benennen. Das ist für den Kreis Offenbach, aber auch für mich persönlich eine Ehre, die uns alle tief gerührt hat. Ich möchte mich an dieser Stelle recht herzlich bei allen, die daran mitgewirkt haben, für dieses ganz außerordentliche Zeichen der Freundschaft bedanken", betonte Quilling in seiner Dankes-Rede vor Ort. „Denn auch über 65 Jahre nach der Shoa ist das Verhältnis zu Israel etwas Besonderes. Es ist ein Land, dessen Menschen mir bei allen Reisen durch das Land immer mit Freundlichkeit entgegengekommen sind und deren Offenheit und Realismus mich immer wieder faszinieren." Er empfinde ein tiefes Gefühl der Zuneigung und Verbundenheit mit diesem Land, so der Landrat weiter.

Schon Ende der 1980er Jahre begann der Kreis Offenbach, einen israelischen Partner zu suchen, um einen Austausch im Jugendbereich zu etablieren. Nach einigen Gesprächen entstand der Kontakt der Kreisverwaltung mit der israelischen Stadt Kiryat Ono im Großraum Tel Aviv. Bereits kurze Zeit später, im Jahr 1990, fand der erste deutsch-israelische Jugendaustausch statt. Nach den beeindruckenden Erlebnissen beider Seiten fiel es nicht schwer, für die folgenden Jahre interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu finden, und so entwickelte sich eine stabile Freundschaft zwischen dem Kreis Offenbach und der Stadt Kiryat Ono und zwischen den zahlreichen Jugendlichen, die an diesen Begegnungen teilnahmen. Mittlerweile sind eine mehr als 20-jährige Freundschaft und eine mehr als 15 Jahre währende Partnerschaft entstanden, die im vergangenen Jahr im Kreis Offenbach gefeiert wurde.

In seiner Rede betonte Quilling, dass der Staat Israel und sein Existenzrecht bedauerlicherweise noch immer keine Selbstverständlichkeit seien. Quilling: „Kaum jemand in Deutschland und Westeuropa kann sich heute noch vorstellen was es bedeutet, mit einer unmittelbaren Kriegsbedrohung zu leben." Und doch sei es Israel gelungen, einen großartigen Aufbau zu leisten, so der Landrat weiter. Das Land sei ein moderner Staat voller Vitalität und Zuversicht. Es verfüge nicht nur über eine erfolgreiche Wirtschaftsbilanz, sondern auch über großen kulturellen Reichtum und Traditionen. Sein Ziel sei es, das die Menschen in Deutschland diese Komplexität der israelischen Realität ein bisschen besser verstehen und nachvollziehen können.

In diesem Zusammenhang ging Quilling auch auf die besondere Aufgabe der jungen Generation beider Länder ein, zu einem besseren Verständnis der Menschen und zu einem realistischen Bild des jeweils anderen Landes beizutragen. Partnerschaften wie die zwischen dem Kreis Offenbach und Kiryat Ono, besonders auch der regelmäßige Jugendaustausch, seien hierbei wichtige Bausteine. Denn sie führten Menschen zusammen, machte Quilling deutlich. Und nur durch gegenseitiges Kennenlernen, durch Verständnis für die persönlichen Sorgen des Anderen und durch gegenseitige Sympathie entstünde gegenseitiges Vertrauen.

„Deshalb freue mich auch so über die Einweihung des „Kreis-Offenbach-Platzes" in Kiryat Ono", so Quilling abschließend. „Er ist ein Beweis dafür, dass unsere Partnerschaft nicht nur auf dem Papier besteht, sondern tatsächlich mit Vertrauen und Leben erfüllt ist."