Kreistag soll über Neubau für das Adolf-Reichwein-Gymnasium in Heusenstamm entscheiden

Der Kreisausschuss hat dem Kreistag empfohlen, der Entwurfsplanung und Kostenberechnung für die Erweiterung des Adolf-Reichwein-Gymnasiums in Heusenstamm zuzustimmen. Geplant ist der sechszügige Ausbau. Der Neubau am Schulstandort Leibnizstraße 34 - 36 sieht neben neuen Klassenräumen und Differenzierungsflächen unter anderem Räume für Musik, Kunst und Naturwissenschaften, einen Mehrzweckraum, einen Bewegungsraum und die Erweiterung von Speise- und Teamflächen vor. Hinzu kommen Umbauten im Bestand.

Mit dem Schulentwicklungsplan 2022 wurde die Erweiterung des Heusenstammer Gymnasiums auf sechs Züge vorgesehen, um den steigenden Schülerzahlen gerecht zu werden. Erwartet werden gemäß der aktuellen Prognose knapp 1.500 Schülerinnen und Schüler in bis zu 56 Klassen zum Schuljahr 2029/30. Im vergangenen Schuljahr wurden 1.317 Schülerinnen und Schüler in 52 Klassen unterrichtet. „Diese Steigerung können wir im bestehenden Raumangebot nicht abfangen“, erklärt Landrat Oliver Quilling. „Der geplante Neubau ersetzt auch die bestehende Containeranlage, die zwischenzeitlich für Entlastung sorgt. Neben dem Neubau werden im Bestand teilweise Flächen umgewidmet, verlagert beziehungsweise vergrößert. Der schulische Alltag sowie die Schülerströme werden berücksichtigt, um das gesamte innerschulische Konzept umzusetzen.“

„Die Erweiterung ist in zwei Bauabschnitten geplant“, erläutert Kreisbeigeordneter Alexander Böhn. „Zunächst wird auf der Fläche der bestehenden Fahrradgarage und des Trafos ein dreigeschossiger Neubau entstehen. Anschließend soll das eingeschossige Verwaltungsgebäude um ein Geschoss aufgestockt werden. Damit erhält der gesamte Schulkomplex, der auf der Nordseite des Grundstücks seinen Hauptzugang hat, einen neuen Eingangsbereich. Das Hauptgebäude mit seinem Innenhof bleibt weiterhin das Zentrum der Gesamtanlage und die Zugangssituation zum Gebäudekomplex wird durch die Erweiterung gestärkt. Der vorhandene Trafo wird an der östlichen Grundstücksgrenze neu platziert. Die Fahrradstellplätze werden in der Nähe der Turnhalle neu errichtet. Nach Abschluss der Maßnahme erfolgt der Rückbau der bestehenden Containeranlage.“

Gebäude werden miteinander verbunden

Der dreigeschossige Neubau wird über eine verglaste Fuge an das bestehende Hauptgebäude angeschlossen. So wird über den Aufzug im neuen Gebäude auch der Haupttrakt mit seinen zwei Obergeschossen komplett barrierefrei erreichbar sein. Durch die Aufstockung des Verwaltungsgebäudes wird dieses mit dem Hauptgebäude und zusätzlich auf der südwestlichen Seite mit dem Obergeschoss des Oberstufengebäudes verbunden. So wird auch dieses Gebäude barrierefrei erschlossen.

Mit einer Kombination aus Stahlbeton und Holz ist der Neubau geplant. Die Gebäudehülle wird gedämmt. Zwei Luft-Wärmepumpen stellen die Wärmeversorgung sicher. Eine Photovoltaikanlage mit Akkuspeicher deckt den Eigenstrombedarf. Zusätzlich wird eine Lüftungsanlage mit effizienter Wärmerückgewinnung installiert sowie ein außenliegender Sonnenschutz montiert. Alle neuen Dächer werden begrünt und erhalten Retentionsdächer, die zur Entlastung des Abwasserkanals sorgen. Der Neubau wird flächendeckend mit WLAN und IT-Anschlüssen versorgt.

Der Bauantrag wird voraussichtlich im vierten Quartal 2025 gestellt. Die bauliche Fertigstellung soll Ende 2030 erfolgen. Der Umzug des Lehrerzimmers und Teilen der Verwaltung in den Neubau ist für das Jahr 2028 geplant. Die Gesamtkosten sind auf 21,7 Millionen Euro geschätzt.