Amerikanische Faulbrut: 20 Bienenvölker zur Seuchenbekämpfung getötet

Die Amerikanische Faulbrut (AFB) bleibt im Kreis Offenbach ein ernstes Thema. Die für den Menschen ungefährliche Tierseuche wurde im März 2026 erstmals bei einem Bienenvolk in Langen festgestellt. Unmittelbar eingeleitete Maßnahmen konnten eine weitere Ausbreitung jedoch nicht verhindern. In den Folgemonaten wurden Infektionen auch in Bienenvölkern in Mainhausen und Dreieich nachgewiesen. Ende August mussten nun insgesamt 20 infizierte Bienenvölker an drei Standorten in Langen und Dreieich-Offenthal auf Veranlassung des Veterinäramtes hin getötet und beseitigt werden. Umfangreiche Maßnahmen zur Rettung und Sanierung der betroffenen Bestände waren zuvor erfolglos geblieben. Nach Ausschöpfung aller Alternativen war die Tötung als letzter Schritt der Seuchenbekämpfung unvermeidbar.

Die AFB ist eine anzeigepflichtige Tierseuche der Honigbiene, die insbesondere die Brut betrifft. Verursacht wird die Erkrankung durch das Bakterium Paenibacillus larvae. Die Übertragung erfolgt über Sporen, die durch die Bienen selbst, aber zum Beispiel auch durch Imkereigeräte sowie das Verbringen infizierter Beuten und Waben weiterverbreitet werden können. Die Sporen sind sehr widerstandsfähig, die unter Umständen über Jahrzehnte infektiös bleiben. Ein frühzeitiges und konsequentes Handeln ist aus diesem Grund entscheidend. Es dient nicht nur dem Schutz einzelner Haltungen, sondern dem Schutz der gesamten Bienenpopulation in der Region.

Nach dem Auftreten der Erkrankung wurden die betroffenen Bienenstände im Kreisgebiet umgehend durch das Veterinäramt untersucht und die erforderlichen seuchenrechtlichen Maßnahmen eingeleitet. Dazu gehörte unter anderem die Einrichtung von Sperrbezirken. Um die betroffenen Bienenvölker zu retten, wurde parallel zunächst ein Kunstschwarmverfahren als Sanierungsmaßnahme durchgeführt. Dabei werden die Bienen von den möglicherweise kontaminierten Waben getrennt und auf neuem beziehungsweise unbelastetem Wabenwerk gehalten. Ziel ist es dabei, die Belastung des Bienenvolkes mit dem Erreger zu reduzieren und eine Sanierung des Bestandes zu ermöglichen.

Das erprobte Verfahren führte in den vorliegenden Fällen jedoch nicht zum gewünschten Erfolg. Anschließende Untersuchungen ergaben Hinweise auf eine fortbestehende Infektion beziehungsweise eine nicht ausreichend beherrschte Seuchensituation. Damit war eine Rettung der betroffenen Völker nicht möglich.

Für eine erfolgreiche Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut ist es entscheidend, neue Infektionen frühzeitig zu erkennen. Das Veterinäramt bittet alle Imkerinnen und Imker daher weiterhin um ihre Mithilfe. Sie sind aufgerufen ihre Völker regelmäßig auf mögliche Anzeichen hin zu kontrollieren. Dazu zählen

    • dunkel verfärbte, eingesunkene oder löchrige Zelldeckel
    • ein lückiges beziehungsweise mosaikartiges Brutbild
    • eine fadenziehende, kaffeebraune Masse im Inneren der Zellen
    • ein teilweise fauliger Geruch der Larven
    • ein schwaches Bienenvolk

Bei Auffälligkeiten ist unverzüglich das Veterinäramt per E-Mail an veterinaeramt@kreis-offenbach.de zu informieren