Interim der Albert-Schweitzer-Schule erhält CO₂-Zertifikat

Holzmodulbauweise spart 921 Tonnen Kohlendioxid ein

Ein Schulgebäude kann nicht nur modernen Raum zum Lernen schaffen, sondern auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Das zeigt auch das Interimsgebäude der Albert-Schweitzer-Schule in Neu-Isenburg. Durch die Errichtung in Holzmodulbauweise wurden nach Angaben der CO₂-Bank, einer Initiative der Wald- und Holzwirtschaft, insgesamt 921 Tonnen Kohlendioxid dauerhaft gebunden. Um dieses Engagement zu würdigen, überreichte Heiko Götze, Projekt- und Bauleiter der Firma Baumgarten, die als Generalunternehmen das Interimsgebäude errichtet hat, am Dienstag ein entsprechendes Zertifikat an Kreisbeigeordneten Alexander Böhn.

Im Beisein von Schulleiterin Bettina Helfer und dem Leitungsteam der Schulkindbetreuung lobte Heiko Götze den Bau des Interimsgebäudes als Vorzeigeprojekt für die Region: „Es zeigt, wie moderne Bautechniken und nachhaltige Materialien miteinander verbunden werden können: Die Holzmodulbauweise ermöglichte eine schnelle Errichtung und verbessert die Ökobilanz. Sichtbare Holzoberflächen und natürliche, emissionsarme Materialien schaffen darüber hinaus ein angenehmes Lern- und Arbeitsumfeld. Wir freuen uns, dass mit diesem Projekt ein positives Beispiel für öffentliche Bauvorhaben im Kreis entstanden ist.“

„Mit dem Interimsgebäude haben wir dringend benötigten Schulraum geschaffen und gleichzeitig bewusst auf eine Bauweise gesetzt, die Nachhaltigkeit von Anfang an mitdenkt“, sagte Kreisbeigeordneter Alexander Böhn. „Der Nachweis über die dauerhafte Bindung von 921 Tonnen CO₂ macht deutlich, welchen Beitrag allein die Wahl nachhaltiger Materialien leisten kann.“ Die Speicherung von CO₂ im Holz basiert dabei auf einem natürlichen Prozess. Während des Wachstums nehmen die Bäume Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre auf und binden den enthaltenen Kohlenstoff im Holz. Auf diese Weise tragen sie als nachwachsender Rohstoff aktiv zur Reduzierung von Treibhausgasen bei.

Das dreigeschossige Interimsgebäude wurde innerhalb eines Jahres auf dem Schulhof der Alten Goetheschule, Hugenottenallee 82, errichtet. Im Januar 2026 nahm die Schulgemeinde dort den Unterricht auf. Das Ausweichquartier war notwendig geworden, da am bisherigen Standort in der Freiherr-vom-Stein-Straße ein neues Schulgebäude mit Betreuungseinrichtung und Zweifeldsporthalle entsteht. Auf diese Weise wird die Albert-Schweitzer-Schule zu einer vierzügigen, ganztagsfähigen Einrichtung ausgebaut.

Im barrierefreien Interimsgebäude sind 16 Klassenräume, ein Musikraum, ein Lehrerzimmer und ein Speisesaal mit Küche untergebracht. Hinzu kommen angegliederte Flächen für die Betreuung sowie weitere Nutz-, Technik- und Lagerräume. Räume in der Alten Goetheschule ergänzen das Angebot und werden unter anderem für Verwaltung, Betreuung und Schulsozialarbeit genutzt.

Neben der Holzmodulbauweise wurde auch bei der weiteren Planung auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz geachtet. Das Gebäude verfügt über eine energetisch optimierte Gebäudehülle und nutzt die bestehende Wärmeversorgung der Alten Goetheschule. Auf dem extensiv begrünten Dach ist zudem eine Photovoltaikanlage installiert. Das Interim bietet darüber hinaus langfristige Nutzungsmöglichkeiten. Die einzelnen Raummodule können nach dem geplanten Rückumzug der Schulgemeinde Ende 2028 weiterverwendet werden, beispielsweise als Ausweichquartier oder zur Erweiterung an einem anderen Standort.