Sechste Grundschule in Langen: Inbetriebnahme verzögert sich

Kreis informiert über Sachstand und weiteres Vorgehen für Familien

Die neue sechste Grundschule in Langen kann voraussichtlich nicht wie ursprünglich geplant zum Schuljahr 2027/28 in Betrieb gehen. Ursächlich dafür sind insbesondere wiederholte Verzögerungen beim Rohbau. Der Kreis Offenbach arbeitet als Bauherr und Schulträger gemeinsam mit den beteiligten Firmen und Stellen mit Hochdruck daran, den Bauablauf so schnell wie möglich voranzubringen. Parallel werden die betroffenen Familien in Kürze mit einem Informationsschreiben über das weitere Vorgehen bei der Schulwahl und Anmeldung informiert.

Der Kreis Offenbach und die Stadt Langen bauen zusammen im Neubaugebiet Liebigstraße Nord eine dreizügige Grundschule mit Sporthalle, Mensa und Betreuung sowie eine Kindertagesstätte mit acht Gruppen. Nach dem feierlichen Spatenstich im April 2025 waren die Arbeiten gestartet. Inzwischen liegt der Baufortschritt jedoch rund zwölf Monate hinter dem Zeitplan. Ausschlaggebend dafür waren vorrangig unvorhersehbare Entwicklungen im Rohbau, die sich auf den weiteren Bauablauf ausgewirkt haben. Hinzu kam im Dezember 2025 ein Autounfall, bei dem ein Fahrzeug von der Straße abkam, den Bauzaun durchbrach und in die Baugrube stürzte. In der Folge mussten die Statik der kurz zuvor betonierten Bodenplatte überprüft und Gutachten eingeholt werden, was zusätzliche Zeit in Anspruch nahm.

Inzwischen ist der Rohbau für Keller und Bodenplatten der Schule und der benachbarten Kindertagesstätte abgeschlossen. Aktuell laufen noch bis voraussichtlich Ende Oktober die Tiefbauarbeiten für die Außenanlagen. Wann im Anschluss der Holzbau starten kann, ist derzeit Gegenstand intensiver Gespräche.

Durch die Verschiebung im Zeitplan konnten die für die nächsten Bauabschnitte ursprünglich eingeplanten Kapazitäten teilweise nicht mehr für das Projekt freigehalten werden. Deshalb sind nun Neu- und Umplanungen für den weiteren Bauablauf erforderlich. Ein neuer, verlässlicher Zeithorizont kann auf dieser Basis noch nicht genannt werden.

Enger Austausch mit Schulen und Staatlichem Schulamt

Der Kreis Offenbach steht wegen der Auswirkungen auf die Schulorganisation in engem und regelmäßigem Austausch mit allen fünf bestehenden Langener Grundschulen und dem Staatlichen Schulamt. Die verzögerte Inbetriebnahme der sechsten Grundschule hat unter anderem Auswirkungen auf die Schülerzahlen, die Klassenbildung, die Zuweisung von Lehrkräften sowie die Ganztags- und Betreuungsangebote an den bestehenden Einrichtungen. Bereits seit dem Schuljahr 2026/27 werden an der Sonnenblumen- und der Albert-Schweitzer-Schule Klassen für Kinder aus dem künftigen Schulbezirk der sechsten Grundschule gebildet. Diese Klassen können später vollständig an die neue Schule wechseln. Auch für das Schuljahr 2027/28 wird dieses Vorgehen nun beibehalten.

Konkret bedeutet das für Familien, deren Kinder im Einzugsgebiet der künftigen sechsten Grundschule wohnen: Solange die neue Schule noch nicht in Betrieb ist, werden die Kinder an den Grundschulen beschult, an denen sie Anfang 2026 angemeldet worden sind. Für die Schulanmeldung im März 2027 für das Schuljahr 2028/29 ist vorgesehen, die neuen Schulbezirksgrenzen der sechsten Grundschule zugrunde zu legen. Die betroffenen Familien werden über das konkrete Vorgehen bei der Anmeldung durch die jeweils zuständige Grundschule rechtzeitig informiert.