Neue Veranstaltungsreihe zu Integration und Ehrenamt
Zusammenhalt entsteht nicht von selbst. Er wächst, wo Menschen Verantwortung übernehmen, ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen. Genau dieser Einsatz stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung des Kreises Offenbach für kommunale Integrations- und Ehrenamtsstellen sowie langjährige Ehrenamtliche am Mittwoch im Kreishaus in Dietzenbach. Zum Auftakt der Reihe „Integration und Ehrenamt – Brücken bauen – Zugänge öffnen – Zusammenhalt stärken“ wurde gewürdigt, wie viel freiwilliges Engagement für Teilhabe, Zusammenhalt und das friedliche Miteinander in einer vielfältigen Gesellschaft leistet – beispielsweise im Rahmen der Willkommenskultur im Jahr 2014/15 oder bei der Aufnahme ukrainischer Kriegsflüchtlinge. Die dreiteilige Veranstaltungsreihe befasst sich intensiv mit Fragen rund um Ehrenamt und Integration. Sie richtet den Blick darüber hinaus auf Erfahrungen, Entwicklungen und strukturelle Herausforderungen in diesem hochsensiblen Bereich. Ein Ziel ist es, Grundlagen beziehungsweise Leitlinien für einen langfristigen Austausch und eine überregionale Zusammenarbeit zu entwickeln. Der erste Part war vor allem ein Dankeschön an all jene, die den Kreis Offenbach in Sachen Integration aktiv beraten und mit unzähligen Aktionen, Veranstaltungen oder Projekten dabei unterstützen, die Idee der Integration immer wieder neu mit Leben zu füllen. Kreisbeigeordneter Alexander Böhn überreichte Urkunden an 41 Menschen, die sich um die Integration im Kreis Offenbach verdient gemacht haben.
Der Kreis Offenbach ist ein Ort gelebter Vielfalt. Integration ist eine permanente Aufgabe in einer internationalen von Vielfalt geprägten Einwanderungsgesellschaft, wie sie im Kreis Offenbach faktisch existiert. In den 13 Kommunen leben rund 365.000 Menschen, die in knapp 170 Nationen und verschiedenen Kulturen familiär verwurzelt sind. Das Zusammenleben der Kulturen ist im Kreis also alltäglich. Mit Blick auf diese große kulturelle und religiöse Vielfalt hat der Kreis Offenbach bereits 1994 einen Ausländerbeirat installiert und zu Beginn der 2000er Jahre als erste Kreisverwaltung in Hessen ein eigenes Integrationsbüro eröffnet.
Entscheidend sind aber auch Räume der Begegnung. Ein gemeinsames Fastenbrechen ist im Kreis genauso selbstverständlich wie interreligiöse Veranstaltungen. „Wenn Menschen einander kennenlernen, können Vorurteile schwinden und ein gemeinsames Verständnis wachsen. Gerade Ehrenamtliche wie etwa unsere Integrationslotsinnen und Integrationslotsen spielen dabei eine große Rolle!“, betonte Landrat Oliver Quilling vor Ort.
Im Bereich der Integration hat freiwilliges Engagement zudem noch einmal eine besondere Bedeutung, weil es Nähe schafft und Vertrauen wachsen lässt. „Viele Entwicklungen beginnen nicht in Programmen oder auf dem Papier, sondern wo Menschen sich im Alltag begegnen“, machte Kreisbeigeordneter Alexander Böhn im Rahmen der Veranstaltung deutlich. „Wer Zeit schenkt, zuhört und begleitet, hilft ganz konkret dabei, Teilhabe zu ermöglichen und ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl zu entwickeln.“
Der Nachmittag stand zugleich im Zeichen eines persönlichen Abschieds. Mit Selver Burdis wurde die Leiterin des Integrationsbüros des Kreises Offenbach offiziell verabschiedet. Sie war seit dessen Gründung im Jahr 2002 im Amt. Böhn sprach der 63-Jährigen dafür seinen Respekt aus. „Selver Burdis hat die Integration im Kreis Offenbach und in der Region geprägt wie kaum jemand sonst. Ihre Verdienste lassen sich gar nicht hoch genug einschätzen. Mit ihrer Arbeit hat sie maßgeblich dazu beigetragen, dass ein friedliches Miteinander aller Religionen und Kulturen nicht nur toleriert oder geduldet, sondern Tag für Tag im Alltag gelebt wird“, so Böhn. „Für ihre große Fachkenntnis, und ihre Haltung, die immer auf Verständigung und Weltoffenheit gerichtet war, gilt ihr unser aufrichtiger Dank“.