Wallschule Langen erhält naturnah gestalteten Schulhof

Wo an der Wallschule in Langen aktuell noch versiegelte Flächen dominieren, entstehen neue Spiel-, Lern- und Aufenthaltsräume: Mit einem symbolischen Spatenstich haben am Mittwoch Kreisbeigeordneter Alexander Böhn und Schulleiterin Anja Knauß gemeinsam mit weiteren Projektbeteiligten die Umgestaltung des Schulhofs offiziell gestartet. Die ersten Bauarbeiten laufen bereits. Ziel der Maßnahme ist es, den Schulhof klimaresilienter zu gestalten und den Kindern zugleich mehr Platz für verschiedene Aktivitäten zu bieten.

Das Außengelände wird neu gegliedert und erhält unterschiedliche Bereiche für Bewegung, Begegnung und Unterricht im Freien. Geplant sind unter anderem eine Felsen-Spiellandschaft, neue Kletter-, Rutsch- und Schaukelangebote sowie ein Allwetterplatz mit Streetballkorb. Darüber hinaus werden zahlreiche bestehende Spiel- und Aufenthaltsangebote erhalten und in das neue Konzept integriert. Dazu gehören zum Beispiel Sitzgruppen, Tischtennisplatten und Klettergeräte.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Dafür werden versiegelte Flächen zurückgebaut und zusätzliche Versickerungsbereiche geschaffen. Neue Bepflanzungen schaffen ein angenehmeres Aufenthaltsklima und eine freundlichere Atmosphäre. Ergänzt werden die Maßnahmen durch weitere Verschattungsmöglichkeiten. Neben den vorhandenen Bäumen sorgen künftig unter anderem Marktschirme für mehr Schutz an heißen Tagen. Darüber hinaus wird der Schulgarten an einen neuen Standort verlegt und mit einer Zisterne ausgestattet. Auf der bisherigen Fläche entsteht ein geschütztes grünes Klassenzimmer, das Unterricht in naturnaher Umgebung ermöglicht. Ein weiterer begrünter Aufenthaltsbereich entlang der Wallstraße soll unter anderem Raum für ruhigeres Spielen bieten.

Die neuen Flächen schaffen zugleich wichtige Voraussetzungen für die weitere Schulentwicklung. Mit Blick auf den Pakt für den Ganztag gewinnen die zusätzlichen Bereiche weiter an Bedeutung. Die naturnah gestalteten Außenanlagen eröffnen vielfältige Möglichkeiten für pädagogische Angebote, Bewegung, Begegnung und Erholung während des gesamten Schultages. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur körperlichen, sozialen und emotionalen Entwicklung von Kindern. Bewegungsanreize, Naturerfahrungen und vielfältige Aufenthaltsbereiche fördern Konzentration, Kreativität und soziale Kompetenzen. Gleichzeitig schaffen sie Orte der Ruhe und Erholung, die das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler stärken und damit gute Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen bieten.

„Schulhöfe sind schon lange nicht mehr reine Pausenflächen“, sagte Kreisbeigeordneter Alexander Böhn. „Sie bieten Platz zum Austoben und für Begegnungen. Gleichzeitig dienen sie aber auch immer öfter als Lernumgebung. Mit der Umgestaltung schaffen wir an der Wallschule einen modernen und freundlichen Außenbereich, der den Bedürfnissen der Kinder gerecht wird und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung leistet.“

Schulleiterin Anja Knauß betonte die besondere Bedeutung des Projekts für die Schule: „Die Umgestaltung unseres Schulhofs ist weit mehr als eine bauliche Maßnahme. Kinder lernen, spielen und entwickeln sich besonders gut in einer anregenden, naturnahen Umgebung. Für unsere Schülerinnen und Schüler entsteht hier ein lebendiger Lern- und Lebensraum mit Rückzugsbereichen, der ihnen täglich zugutekommen wird. Ich danke allen, die an das Projekt geglaubt haben und es unterstützt haben.“

Die Umgestaltung geht auf eine Initiative der Lehrerin Dörte Kilper sowie der Schulgemeinde und des Fördervereins zurück. Parallel zur damaligen Antragsstellung wurde symbolhaft eine Kastanie in einen Topf gesetzt. Das mittlerweile ansehnliche Bäumchen ist wie das Projekt gewachsen und war beim Spatenstich mit dabei. Es soll den Kindern der Wallschule künftig Schatten spenden.

Die Planung des Projekts wurde durch das Büro Forschungsstelle für Frei- und Spielraumplanung (FFS) erstellt. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf rund 420.000 Euro. Auf den Kreis Offenbach entfällt davon ein Eigenanteil in Höhe von rund 290.000 Euro, weitere 130.000 Euro stammen aus dem Förderprogramm „Förderung von kommunalen Klimaschutz- und Klimaanpassungsprojekten sowie von kommunalen Informationsinitiativen“ des Landes Hessen. Die Arbeiten sollen voraussichtlich im September abgeschlossen sein. Im Herbst erfolgen noch letzte Pflanzungen in den Grünanlagen.