Breitbandausbau: Letzte weiße Flecken beseitigt

Kreis Offenbach schließt Förderprojekt erfolgreich ab

Schnelle und zuverlässige Internetverbindungen gehören zur unverzichtbaren Infrastruktur. Ob im Betrieb, im Homeoffice oder Klassenzimmer, leistungsfähige Breitbandnetze sind die Grundlage für gesellschaftliche Teilhabe und wirtschaftliche Entwicklung. Mit dem offiziellen Abschluss des Breitbandförderprojekts „Schulen und weiße Flecken“ hat der Kreis Offenbach einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer flächendeckenden Gigabitversorgung erreicht. Bei einem Pressetermin an der Adolf-Reichwein-Schule in Langen zogen Landrat Oliver Quilling und Kreisbeigeordneter Alexander Böhn am Dienstag gemeinsam mit den Beteiligten Bilanz.

Ausgangspunkt des Projekts war eine Markterkundung im Jahr 2019. Sie zeigte, dass ein Gigabitanschluss an vielen Adressen im Kreisgebiet von Telekommunikationsunternehmen als unwirtschaftlich eingestuft wurde und deshalb ausblieb. Dies betraf vor allem Liegenschaften in Außenlagen, die dadurch nicht oder nur unzureichend mit leistungsfähigem Internet versorgt waren. Auf Basis des festgestellten Marktversagens startete der Kreis Offenbach daraufhin ein umfangreiches Ausbauprogramm zur Beseitigung dieser sogenannten „weißen Flecken“. Unterstützung erhielt das Projekt durch das Bundesförderprogramm „Förderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland“ sowie der hessischen Ko-Förderung „Förderung der Breitbandversorgung im Land Hessen“. Vom Umsetzungsstart im Jahr 2021 bis Ende 2025 wurden insgesamt 324 Anschlüsse umgesetzt. Dabei handelt es sich um 70 Schulen, ein Krankenhaus, 50 Unternehmen und 158 private Haushalte sowie 45 sogenannte „Homes Passed Plus“-Hausanschlüsse.

„Digitale Infrastruktur gehört inzwischen zur Daseinsvorsorge und ist ein wichtiger Standortfaktor“, betonte Landrat Oliver Quilling. „Mit dem erfolgreichen Abschluss des Förderprojekts haben wir einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet, Bildungseinrichtungen, Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger im Kreis zukunftssicher aufzustellen. Besonders die flächendeckende Anbindung unserer Schulen schafft die Voraussetzungen für zeitgemäßen Unterricht und digitale Bildung auf höchstem Niveau.“

Mit der Lindenschule in Heusenstamm Ende 2024 und der Rote-Warte-Schule in Mühlheim im Jahr 2025 waren auch die letzten Schulstandorte ans Glasfasernetz angeschlossen worden. Bereits zuvor hatte der Kreis als einer der ersten Schulträger in Hessen alle Einrichtungen komplett mit WLAN ausgestattet. Doch erst mit den leistungsfähigen Glasfaseranschlüssen konnten die digitalen Möglichkeiten im Unterricht vollständig genutzt werden.

Für die Umsetzung des gesamten Ausbauvorhabens wurden kreisweit rund 147 Kilometer Tiefbau realisiert. Dabei verlegten die beteiligten Unternehmen insgesamt 292 Kilometer Glasfaserleitungen sowie 309 Kilometer Leerrohre. Auftragnehmer war die PEB Breitband GmbH & Co. KG, eine Beteiligungsgesellschaft der Entega Medianet GmbH und der Klenk & Sohn GmbH. Die Firma Klenk & Sohn aus Modautal-Asbach verantwortete die Tiefbau- und Verlegearbeiten, während die Entega Medianet aus Darmstadt den Netzbetrieb sicherstellt. Zudem stand der TÜV Rheinland den Beteiligten während des gesamten Projektzeitraums beratend sowie unterstützend zur Seite. „Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur entsteht dort, wo Erfahrung, Vertrauen und Teamarbeit zusammenkommen. Gemeinsam mit unseren Partnern ziehen wir an einem Strang und bringen unsere Kompetenz lösungsorientiert im geförderten Glasfaserausbau ein, um die Region nachhaltig mit Glasfaser zu versorgen“, sagte Paul Quiskamp, Geschäftsführer der Klenk & Sohn GmbH. „Teil dieses gemeinsamen Fortschritts zu sein, erfüllt uns mit großem Stolz und hält die Wertschöpfung in der Region“

Das Gesamtprojekt hatte ein Auftragsvolumen von rund 14,5 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgte zu 50 Prozent durch Fördermittel des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie zu weiteren 40 Prozent durch das Hessische Ministerium für Digitale Strategie und Entwicklung. Der Kreis Offenbach übernahm mit rund 1,4 Millionen Euro einen Eigenanteil von zehn Prozent.

„Durch das Förderprogramm hat der Kreis gezielt Versorgungslücken geschlossen und zahlreiche bislang benachteiligte Standorte ans Netz gebracht“, sagte Kreisbeigeordneter Alexander Böhn. „Der erfolgreiche Abschluss ist allerdings nicht das Ende der Ausbauoffensive. Wir bereiten mit dem ‚Graue Flecken‘-Programm bereits einen Nachfolger vor, der sich mit dem Ausbau von Anschlüssen befassen wird, die derzeit noch unter 200 Mbit/s symmetrisch liegen.“

Weitere Informationen zum Ausbau der digitalen Infrastruktur im Kreis Offenbach sowie eine Chronologie des „Schulen und weiße Flecken“-Programms sind unter www.kreis-offenbach.de/Digitale-Infrastruktur abrufbar.