Grundstein für Neubau der Albert-Schweitzer-Schule gelegt

Platz für wachsende Schülerzahlen und Ganztagsbetreuung

Die Vorarbeiten sind abgeschlossen, nun startet die nächste Bauphase: Am Montag haben Landrat Oliver Quilling, Kreisbeigeordneter Alexander Böhn, Bürgermeister Dirk Gene Hagelstein und Schulleiterin Bettina Helfer gemeinsam den Grundstein für den Neubau der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) in Neu-Isenburg gelegt. Auf dem Gelände an der Freiherr-vom-Stein-Straße 2 ließen sie darin zuvor eine Zeitkapsel ein. Der Inhalt: neben einem Grundriss und dem Rahmenterminplan, eine aktuelle Tageszeitung und Geldmünzen aus dem Jahr 2026. Die Schulgemeinde steuerte eine Schülerzeitung und ein Foto des aktuellen Kollegiums bei.

„Mit dem Neubau schaffen wir an der Albert-Schweitzer-Schule die räumlichen Voraussetzungen dafür, dass Kinder auch künftig in einer modernen Umgebung lernen und betreut werden können“, sagte Landrat Oliver Quilling. „Gleichzeitig reagieren wir auf die steigenden Schülerzahlen und bauen die ASS von einer dreieinhalb- zu einer vierzügigen, ganztagsfähigen Grundschule aus. Für den Kreis als Schulträger ist der Neubau eine große Investition, die sich aber unmittelbar in die Zukunft unserer Kinder und damit in die Zukunft unserer Region auszahlt.“

Das bisherige Schulgebäude wird vollständig durch einen Neubau ersetzt. Die Schulgemeinde ist deshalb bereits seit Beginn des Jahres in einem neu errichteten Interimsgebäude auf dem ehemaligen Schulhof der Alten Goetheschule untergebracht. Parallel haben im Februar die Abrissarbeiten am regulären Standort begonnen.

Der Neubau ist auf die künftigen Anforderungen der wachsenden Schulgemeinde zugeschnitten. Aktuell besuchen rund 350 Schülerinnen und Schüler die ASS. Gemeinsam mit Schule und Betreuung wurde im Vorfeld ein integriertes Raumprogramm entwickelt, das Unterricht und Ganztagsbetreuung räumlich und konzeptionell zusammenführt. Geplant ist ein dreigeschossiges Schulgebäude in Holzhybridbauweise mit einem zusätzlichen Untergeschoss für Technikräume und Archiv. Es entstehen 16 Klassenräume sowie drei weitere Räume für die Kooperations-, Intensiv- und Vorklassen. Hinzu kommen acht Gruppen- und drei Fachräume sowie vier offene Differenzierungsräume und 1.100 Quadratmeter freizeitpädagogische Flächen. Das Raumkonzept umfasst zudem ein Lehrerzimmer und Verwaltungsräume, einen Speisesaal mit einer Fläche von rund 300 Quadratmetern, eine Aufwärmküche und eine Kinderküche. Im Erdgeschoss findet zudem auch eine Zwei-Feld-Sporthalle Platz. Das gesamte Gebäude wird barrierefrei konzipiert und über eine Aufzugsanlage vollständig zugänglich sein. Zur Ausstattung gehören unter anderem digitale Tafeln und eine flächendeckende WLAN-Versorgung.

Optisch wird das Schulgebäude aus drei miteinander verschränkten Baukörpern mit Schrägdächern bestehen, die sich entlang der Eichendorffstraße anordnen und in das umliegende Stadtbild einfügen. Gleichzeitig bleibt Raum für einen großen zusammenhängenden Schulhof mit vorhandenen und weiterentwickelten Freiflächen. Die Unterrichtsbereiche in den oberen Geschossen werden durch großzügige Freiterrassen ergänzt, die sich zum Schulhof hin orientieren.

„Wir errichten damit nicht nur ein modernes Schulgebäude, sondern legen großen Wert auf eine nachhaltige und zukunftsfähige Ausgestaltung“, sagte Kreisbeigeordneter Alexander Böhn. „Die Holzhybridbauweise, begrünte Photovoltaik-Dächer, ein Biodiversitätsdach auf der Sporthalle und Fassadenbegrünung sind wichtige Bausteine dieses Konzepts. Gleichzeitig wurde bei der Planung darauf geachtet, möglichst wenig in den vorhandenen Baumbestand einzugreifen. So entsteht ein Schulstandort, der ökologische Aspekte ebenso berücksichtigt wie die Anforderungen an einen Lern- und Lebensort für den Ganztag.“ Für das Gebäude wird eine Zertifizierung in Silber durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen angestrebt. Zu den zentralen Zielen gehören neben der Ressourcenschonung und der Dauerhaftigkeit des Gebäudes auch seine Klimaresilienz sowie der Einsatz verantwortungsvoll gewonnener und recyclingfähiger Materialien.

„Der Neubau der Albert-Schweitzer-Schule ist eine wichtige Investition in die Zukunft unserer Stadt. Mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, verändert sich auch das, was eine moderne Grundschule leisten muss. Schule ist heute nicht mehr nur Unterrichtsort, sondern über viele Stunden Lebens-, Lern- und Betreuungsumgebung für Kinder. Mit unserem finanziellen Beitrag investieren wir nicht nur in ein Gebäude, sondern in verlässliche Betreuung, gute Bildungschancen und in die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, sagte Bürgermeister Dirk Gene Hagelstein.

Für den Neubau sind Gesamtkosten von rund 38,1 Millionen Euro eingeplant. Die Stadt Neu-Isenburg trägt anteilig die Hälfte der Kosten für die Betreuungsflächen, rund 5,3 Millionen Euro. Die Fertigstellung wird für das vierte Quartal 2028 angestrebt.