Was bleibt, ist ein Stück Wahrheit

Quelle: Mit Unterstützung von KI erstellt

„handheld“ in der Alten Ziegelei

Für wenige Stunden wurde die Alte Ziegelei in Neu-Isenburg zum Ausstellungsraum für Bilder, die nach dem Auslösen abgeschlossen sind. Kai Röffen zeigte am Samstagabend „handheld“, eine Serie von Fotografien, die spontan mit dem Smartphone entstanden sind. Für dieses Projekt verzichtet der Künstler bewusst auf jede nachträgliche Bearbeitung. Auch der gewählte Ausschnitt bleibt unverändert. Die Schau war ausschließlich an diesem einen Abend zu sehen. Sie ist auch eine Art Ausschnitt, ein Moment, ein Augenblick des Lebens.

„Bei ‚handheld‘ interessiert mich die Entscheidung, die in der Sekunde fällt, in dem ich ein Bild aufnehme“, sagte Kai Röffen. „Danach möchte ich nichts mehr korrigieren, weil gerade diese Unmittelbarkeit für mich den Reiz der Arbeiten ausmacht.“

Der Verzicht auf spätere Eingriffe schafft zugleich eine Verbindung zu „Mensch, Natur, Zusammenhalt – ENSO“. Mit diesem kreisweiten Kultur- und Beteiligungsprojekt bringt sich der Kreis Offenbach in die World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 ein. Gefördert wird das Vorhaben vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Das Enso aus der Zen-Tradition steht für den „Ausdruck des Moments“ und gab dem Projekt seinen Namen.

Landrat Oliver Quilling eröffnete die Ausstellung in der Alten Ziegelei. „Wir sind an perfekt bearbeitete Bilder gewöhnt. ‚handheld‘ setzt dem etwas sehr Einfaches entgegen und zeigt, welche Kraft eine Aufnahme entwickeln kann, wenn sie nicht nachträglich optimiert wird“, erläuterte der Landrat. „Genau solche Perspektivwechsel machen den besonderen Wert von ENSO aus, weil sie den Gedanken der World Design Capital unmittelbar im Kreis Offenbach erfahrbar machen.“

Die künstlerische Leitung von ENSO liegt bei Miruna-Andreea Costa, die „handheld“ kuratiert hat. Für sie fügt sich Röffens Arbeitsweise unmittelbar in die Idee des Gesamtprojekts ein. „ENSO beschäftigt sich damit, wie wir unsere Lebenswelt wahrnehmen und welche Bedeutung wir dem geben, was uns umgibt“, betonte Costa. „Kai Röffen übersetzt diese Frage in eine sehr konkrete Form, indem er einer einmal getroffenen fotografischen Entscheidung vertraut und auf spätere Perfektionierung verzichtet.“ Die Bilder wurden außerdem von einer Klangwelt begleitet, die die Atmosphäre des ausgesuchten Momentes unterstützte und diesen lebendig erschienen lies.

Damit knüpft die Ausstellung auch an den Leitgedanken der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 an. Unter dem Motto „Design for Democracy. Atmospheres for a better life“ geht es um die Frage, wie Gestaltung das Zusammenleben beeinflussen kann. ENSO überträgt diesen Ansatz auf den Kreis Offenbach und macht ihn mit unterschiedlichen künstlerischen Formaten vor Ort sichtbar.

„Gestaltung beginnt nicht erst, wo etwas neu geschaffen wird“, machte Oliver Quilling deutlich. „Sie beginnt auch bei der Art, wie wir unsere Lebenswelt betrachten und welchen Wert wir dem geben, was bereits vorhanden ist.“ Mit „handheld“ bekam dieser Gedanke eine besonders konsequente Form. Was das Smartphone festgehalten hatte, blieb unangetastet. Gerade dadurch rückte nicht die Technik in den Vordergrund, sondern die Entscheidung hinter dem Bild. Landrat Oliver Quilling dankte außerdem den Sponsoren der Veranstaltung Alexander Vlad von Selgros, dem Weingut Wegler im Rheingau, Heinrich Göbel von Autohaus Mercedes Göbel und dem Snack Club GmbH - POPCRN aus Mühlheim sowie Alexander Chantré für die Bereitstellung der Halle.

Weitere Informationen zum Projekt ENSO gibt es unter www.kreis-offenbach.de/enso.