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27.12.2023

2023 kam die Lebendigkeit zurück

Im Kreis Offenbach hat sich im zu Ende gehenden Jahr nach dem Wegfall der letzten Corona-Einschränkungen wieder vieles normalisiert. Es gab mehr sportliche und kulturelle Angebote, Aktionen, Projekte, Feste und Veranstaltungen, die den Alltag der Menschen bereichern. „Nach der schwierigen Pandemie-Phase konnten wir in diesem Jahr gut sehen, was den Kreis Offenbach ausmacht: Vielfalt und Lebendigkeit. Wir beobachten erfreulicherweise, dass sich wieder viele Bürgerinnen und Bürger in Vereinen, Verbänden und Initiativen engagieren und etwas leisten, von dem die ganze Gesellschaft profitiert“, sagen Landrat Oliver Quilling, Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger und Kreisbeigeordneter Carsten Müller im Jahresrückblick.

„Das ehrenamtliche Engagement stärkt die Gemeinschaft und der freiwillige Dienst für andere Menschen und für eine gute Sache bringt einen Gewinn für beide Seiten. Das Ehrenamt gibt wichtige Impulse und ist das Rückgrat unserer lebendigen Demokratie“, betont Landrat Oliver Quilling. Der Kreis hat in diesem Jahr vielen Menschen, die sich uneigennützig für andere stark machen, für ihre Leistungen gedankt und sie ausgezeichnet. Ein Dutzend Engagierte erhielten den Landesehrenbrief. Fünf Bürgerinnen und Bürger erhielten die Auszeichnung „Anerkennung bürgerschaftlichen Engagements“. Der Bürgerpreis für ehrenamtliche Sozialarbeit ging in diesem Jahr an Claudia Schneider, Erste Vorsitzende des Kinderschutzbundes Ortsverband Westkreis Offenbach e. V.

15 Projekte wurden im Rahmen der Preisverleihung des Jugendengagementpreises ausgezeichnet. Seit dem Jahr 2004 vergeben die Jugendförderung, das Jugendbildungswerk und das Integrationsbüro des Kreises Offenbach diese Auszeichnung an junge Menschen im Alter zwischen 13 und 27 Jahren.

Wer sich um die Integration von ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern verdient gemacht hat, kann sich für den Integrationspreis bewerben, den die Stiftung „Miteinander Leben“ im Kreis Offenbach vergibt. Über diese Auszeichnung freute sich in diesem Jahr der Verein Kontakt-Werk e.V. aus Mühlheim. Die Stiftung „Miteinander Leben“ fördert seit dem Jahr 2001 soziale Projekte. In diesem Jahr erhielten 14 Vereine und Gruppen eine finanzielle Unterstützung. „Wir haben in diesem Jahr insgesamt 56.000 Euro ausgezahlt. Das sind rund 20.000 Euro mehr als 2022“, so Oliver Quilling, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung „Miteinander Leben“.

Gefragter Wirtschaftsstandort

Vieles, was den Kreis Offenbach so attraktiv macht, konnte dank der starken Wirtschaftskraft und der großen Vielfalt an Unternehmen entstehen. Die Firmen haben die Krisenzeiten mit Pandemie, Energiepreissteigerung und Lieferengpässen relativ gut gemeistert. Das zeigen vor allem zwei Indikatoren: Die Zahl der Arbeitslosen sinkt und die der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wächst. Besonders betroffen von den Corona-Einschränkungen war der Sektor der unternehmensbezogenen Dienstleistungen. Eine starke Säule der Prosperität des Kreises ist der Mittelstand. Die Handwerkskammer Rhein-Main registriert für den Kammerbezirk Offenbach eine Steigerung der eingetragenen Handwerksbetriebe. „Diese positive Entwicklung als starker Wirtschaftsstandort ist auch der effizienten Zusammenarbeit der Wirtschaftsförderung der Kommunen und des Kreises zu verdanken“, sagt Landrat Oliver Quilling.

Die jüngste Bewertung im PROGNOS-Zukunftsatlas verdeutlich, dass im Kreis Offenbach viel Potenzial steckt. Analysiert wurde die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit von deutschlandweit 400 kreisfreien Städten und Kreisen. Der Kreis Offenbach belegte im nationalen Ranking einen hervorragenden 48. Platz und zählt damit weiterhin zu den TOP-50-Regionen Deutschlands. Die wirtschaftliche Stärke und der Erfolg der Unternehmen drücken sich auch im Umsatzvolumen der Gewerbesteuer aus. In der Summe haben die 13 Kommunen 2022 im Quartal durchschnittlich 79 Millionen Euro eingenommen. Dieses Jahr gab es eine Steigerung. In den ersten drei Quartalen waren es jeweils 85 Millionen Euro im Mittel.

Die Wirtschaftsförderung des Kreises Offenbach wird das Kooperationsprojekt „Standort Plus“, das gemeinsame Wirtschaftsförderkonzept der 13 Kommunen, der IHK Offenbach am Main sowie der Kreishandwerkerschaft Stadt und Kreis Offenbach, weiter ausbauen, um aus dieser Zusammenarbeit noch mehr Synergien für die positive Entwicklung der Unternehmen und für Firmenansiedlungen zu nutzen. Die Wirtschaft profitiert außerdem von den Partnerschaften „Wissenschaft stärkt Wirtschaft“ und „Wissenschaft trifft Kommunen“, mit denen der Kreis und die Frankfurt University of Applied Sciences den Unternehmen sowie Städten und Gemeinden einen besseren Zugang zu Hochschulwissen ermöglichen.

Eines der drängendsten Probleme ist der Fachkräftemangel. Im Kreis fehlen bis zum Jahr 2028 rund 7.300 Fach- und Arbeitskräfte. Mit dem Thema haben sich Experten von „Standort Plus“, der Stabsstelle Fachkräftesicherung in Hessen und des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität Frankfurt am Main gemeinsam mit lokalen Unternehmen und Institutionen bei einem Zukunftstag beschäftigt. Es geht schwerpunktmäßig darum, Synergien zu nutzen und Konzepte zu erarbeiten, wie Fachkräfte gehalten und neue gefunden werden können. In der Kooperation mit der Frankfurt University of Applied Sciences steht der Fachkräftemangel neben den Fragen der Digitalisierung und Innovation ganz vorn auf der Agenda. „Die Zusammenarbeit kann uns vor allem bei der Akquise von Fachkräften für die Kinderbetreuung Vorteile bringen. Der Kreis und die Kommunen suchen dringend Erzieherinnen und Erzieher, gleichzeitig sind bei der Frankfurt University of Applied Sciences im Studiengang Soziale Arbeit rund 2.500 Studierende immatrikuliert“, so Landrat Oliver Quilling.

Unterstützung für Familien

Der Kreis Offenbach wurde in diesem Jahr im sozialen Bereich noch mit einigen Nachwehen der Pandemie konfrontiert, die Kindern und Jugendlichen wegen mangelnder sozialer Kontakte Probleme brachte. Die Folge: Mehr Familien brauchen Hilfe, weil es Probleme im sozialen Miteinander gibt. Der Kreis registriert bei Familien einen steigenden Bedarf an Beratung und Begleitung. „Wir haben flexibel auf die unterschiedlichen Problemlagen reagiert und auf der Basis unseres starken Sozialsystems eine individuelle Unterstützung gefunden“, sagt Kreisbeigeordneter Carsten Müller. Eine große Aufgabe ist der Ausbau der sozialen Sicherungssysteme sowie die Verbesserung der Bedingungen bei der schulischen Bildung und den pädagogischen Hilfsangeboten.

Für Familien in schwierigen Lebenssituationen, darunter viele Alleinerziehende oder Menschen mit geringem Einkommen, sind die Probleme unter anderem wegen der Inflation, allgemeiner Zukunftsängste und der Folgen von Krisen und Kriegen größer geworden. Hinzu kommt der Personalmangel bei Erzieherinnen, Erziehern, Lehrkräften sowie Sozialpädagogen und in der Erziehungshilfe. Das Klientel, für das der Fachdienst Jugend und Familie unter anderem zuständig ist, die sogenannte jugendhilferelevante Bevölkerungsgruppe im Alter von unter 21 Jahren, ist um 2,4 Prozent gewachsen. „Wir stellen eine Zunahme der Zahl der kinderreichen Familien und der Alleinerziehenden fest. Das bedeutet, die Nachfrage nach Unterstützung bei der Erziehung wird steigen“, so die Prognose von Carsten Müller.

Mit Blick auf das Wohl der Kinder ist das Team des Fachdienstes Jugend und Familie im Kreishaus oft mit schwierigen Fragen konfrontiert und muss Entscheidungen treffen, die für Kinder und Familien große Folgen haben können. Dies gilt vor allem für sogenannte Inobhutnahmen. Die Zahl der Gefährdungsmeldungen wächst. Während der Pandemie stiegen die Fälle, in denen ein Kind aus der Familie genommen werden musste, im Jahresvergleich 2021/2022 um 63 Prozent. Der Durchschnitt in Hessen lag bei 54 Prozent. Landesweit suchen Jugendämter dringend Plätze in Inobhutnahmestellen, stationären Folgeeinrichtungen sowie intensivpädagogischen Einrichtungen. Auch der Kreis braucht mehr Plätze in der Bereitschafts- und Dauerpflege. Um Synergien zu nutzen, wurde eine Interessensgemeinschaft aus mehreren südhessischen Jugendämtern gegründet. Mit dieser interkommunalen Zusammenarbeit sollen die Kapazitäten für Inobhutnahmen ausgebaut werden.

Bei der Verbesserung der Infrastruktur im sozialen Bereich bildet der Ausbau der Betreuungsangebote einen Schwerpunkt. Der Kreis hat die Kindertagespflegesatzung im September des Jahres reformiert und damit die Entgelte für Tagesmütter und -väter erhöht. Neu ist auch die Anerkennung von Vor- und Nachbetreuungszeiten, mit der der Kreis die Kindertagespflege attraktiver gemacht hat. Ein Ziel der Satzungsänderungen ist es, dass Kindertagespflegepersonen länger im Beruf bleiben und mehr neue Kräfte hinzukommen. Die Angebote werden für Eltern verlässlicher und die Arbeit für die Tagesmütter finanziell besser. „Wir konnten die Qualität der Betreuung durch die Stärkung der Fachberatung, die Senkung der Elterngebühren und die freie Wahl der Betreuungszeiten steigern. Bis März wurde die Zahl der Tagespflegeplätze im Vergleich zum Vorjahr um 4,1 Prozent erhöht. Für das nächste Frühjahr planen wir eine breit angelegte Werbeoffensive, um weitere Tagespflegepersonen zu gewinnen“, sagt Jugenddezernent Carsten Müller.

Sozialarbeit an allen Schulen

Gute Nachrichten kommen aus den Schulen des Kreises. „Mit der gelungenen Implementierung von Schulsozialarbeit an allen Schulen stellen wir sicher, dass alle Kinder und Jugendlichen elternunabhängig einen niedrigschwelligen Zugang zu Beratungs- und Präventionsangeboten durch das Jugendhilfesystem erhalten“, so der Kreisbeigeordnete. Der Kreis hat das Präventionsnetz noch engmaschiger gestaltet und eine Lücke in der Jugendhilfeinfrastruktur geschlossen, so dass sich die Entwicklungschancen für den Einzelnen verbessern.

Eine große Herausforderung für die Kommunen im Kreis ist der Ausbau der Betreuungsplätze in Einrichtungen. Die Planungsdialoge mit allen Städten und Gemeinden sind erfolgt beziehungsweise laufen. So können die Angebote für Eltern mit Kindern im Alter von unter drei als auch über drei Jahren permanent verbessert werden. Die Zahl der Plätze von der Krippe bis zum Schuleintritt soll im nächsten Jahr um 1.275 wachsen.

Hilfe für Geflüchtete

Die Zahl von Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten, bewegt sich auch in diesem Jahr auf einem hohen Niveau. Aus der Ukraine sowie zum größten Teil aus Afghanistan, Türkei und Syrien kamen 2023 in der Summe rund 2.000 Flüchtlinge. Der Kreis hat etwa 20 Gemeinschaftsunterkünfte von privat angemietet. Zusätzlich sind die Geflüchteten in Dietzenbach, Rodgau und Seligenstadt in kreiseigenen Unterkünften untergebracht. Derzeit wohnen dort insgesamt 1.450 Menschen. Für Geflüchtete aus der Ukraine gibt es außerdem Gemeinschaftsunterkünfte in Neu-Isenburg, Obertshausen und Rödermark, wo etwa 1.100 Plätze zur Verfügung stehen. Neu angemietet hat der Kreis in diesem Jahr weitere Gebäude in Dreieich und Seligenstadt mit einer Kapazität von rund 500 Plätzen. 2024 werden in einer weiteren Gemeinschaftsunterkunft in Heusenstamm 125 Menschen zusätzlich unterkommen können. Um die größer werdenden Aufgaben bei der Flüchtlingsunterbringung und Versorgung zu lösen, wünscht sich der Kreis eine ausreichende Finanzausstattung von Land und Bund. „Wir brauchen mehr Handlungsspielraum, um eigene Akzente setzen zu können“, betont Kämmerer Carsten Müller.

Die Aufnahme der Geflüchteten ist mit Blick auf das Asylrecht mehr als eine gesetzliche Aufgabe, sondern vor allem ein humanitärer Akt, der im Kreis Offenbach mit einer herzlichen Willkommenskultur verbunden ist. Neben den Beschäftigten des Kreises und der Kommunen engagieren sich in den Städten und Gemeinden in Flüchtlingshilfegruppen viele freiwillige Helferinnen und Helfer. Sie sorgen dafür, dass Integration gelebt wird und leisten damit einen wichtigen Beitrag für ein friedliches Miteinander.

Erfolgreiche Jobvermittlung

Der Krieg in der Ukraine sowie die generell hohen Flüchtlingszahlen prägen derzeit auch das Pensum der Pro Arbeit – Kreis Offenbach – (AöR). So ist die Zahl derjenigen, die Bürgergeld beziehen, mit 22.171 Leistungsberechtigten nach wie vor hoch. „Davon haben 2.380 Hilfeempfänger eine ukrainische Staatsangehörigkeit. 1.600 Männer und Frauen gelten als erwerbsfähig. Hinzu kommen zahlreiche Flüchtlinge aus Afghanistan oder Syrien, wo das Bild ähnlich ist. Gerade bei den ukrainischen Vertriebenen gibt es jedoch durchaus positive Zukunftsprognosen, wenn die größten Vermittlungshemmnisse, wie etwa fehlende Sprachkenntnisse, erst einmal ausgeräumt sind“, so Sozialdezernent Carsten Müller. Insgesamt sind 15.151 Menschen, die Bürgergeld beziehen, im erwerbsfähigen Alter. 7.020 Personen sind hingegen nicht erwerbsfähig, wobei es sich zumeist um Kinder unter 15 Jahren handelt.

Bei der Integration in den Arbeitsmarkt war das kommunale Jobcenter erfolgreich. So konnten die Jobcoaches bis Ende November 2023 insgesamt 2.411 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen vermitteln. 78 Hilfebeziehern gelang mit Unterstützung der Pro Arbeit der Sprung in die Selbstständigkeit. 372 junge Menschen begannen dank der Hilfe des Jobcenters eine Ausbildung. „Das sind Zahlen, die sich sehen lassen können. Vor allem wenn wir die oftmals schwierigen sozialen Umstände oder die kaum vorhandenen Deutschkenntnisse vieler Bürgergeldempfänger in Betracht ziehen“, betont Carsten Müller.

Mehr Toleranz im Miteinander

In einer Gesellschaft mit einem hohen Maß an Diversität braucht es für ein friedliches Zusammenleben wirksame Instrumente, damit Pluralität zum Gewinn für alle wird. In den 13 Kommunen sind Menschen zuhause, die in rund 170 Nationen ihre familiären Wurzeln haben. Es gibt viele ethnische Gruppen und Communities. Die Vielfalt im sozialen Miteinander ist das zentrale Thema, mit dem sich das Integrationsbüro des Kreises beschäftigt. Seit mehr als 20 Jahren heißt das Credo des Integrationsbüros "Gelebte Integration – Gesellschaft. Gemeinsam. Gestalten.“. Das Integrationsbüro schafft Foren, auf denen sich Menschen verschiedener Religionen und Kulturen kennenlernen und miteinander ins Gespräch kommen können. Durch die religionssensible Bildungsarbeit sollen Gemeinsamkeiten erkannt und Unterschiede toleriert werden. In diesem Jahr gab es ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm mit Ausstellungen, Podiumsdiskussionen, Fortbildungen, Vorträgen, Festen und Integrationsprojekten. Dabei ging es auch um sensible Themen, wie etwa „Sterben in der Migrationsgesellschaft“. Tod, Trauer und Rituale in verschiedenen Kulturen standen bei einem Fachtag, einem Film, einer Ausstellung und in einem Workshop im Mittelpunkt.

Das Integrationsbüro des Kreises war hessenweit eine der ersten Einrichtungen dieser Art. Vorreiter ist es heute auch bei der vorbeugenden Arbeit gegen Extremismus. Die sogenannte DEXT-Fachstelle (Demokratieförderung und phänomenübergreifende Extremismusprävention) hat in Hessen die Federführung aller DEXT-Büros übernommen. Die Fachleute beraten zu den Themen Rechtsextremismus, Extremismus mit Auslandsbezug, Antisemitismus, Islamismus und Muslimfeindlichkeit. Sie stehen im engen Austausch mit Behörden, der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft.

Ein wesentlicher Baustein für das Gelingen von Integration sind Sprache und Bildung, die das soziale Miteinander, die Verständigung und das Verstehen verbessern. Das Integrationsbüro hat in diesem Jahr in acht Kindertagesstätten die Fortbildungsreihe zu den Themen „Sprachentwicklung, Mehrsprachigkeit und alltagsinklusive Sprachbildung“ angeboten. Bildung sichert die individuellen und gesellschaftlichen Handlungsmöglichkeiten. Der Kreis hat deshalb ein Kommunales Bildungsmanagement etabliert, das für eine bessere Vernetzung in der Bildungslandschaft sorgt. Die Fachleute geben Impulse, initiieren und koordinieren fachübergreifende Arbeitsstrukturen sowohl in der Kreisverwaltung als auch in den Kommunen. Sie moderieren Abstimmungsprozesse und ermitteln in Workshops gemeinsame Handlungsschwerpunkte.

Mammutaufgabe Schule

Mit der Erweiterung und Modernisierung seiner knapp 90 Schulen sowie dem Ausbau der Angebote in der Ganztagsbetreuung hat der Kreis Offenbach auch in diesem Jahr die Rahmenbedingungen für Bildung weiter verbessert. „Vor dem Hintergrund steigender Schülerzahlen bleibt der Ausbau unserer Schulen eine Mammutaufgabe. Derzeit planen oder bauen wir an etwa 40 Standorten“, so die Bilanz des Landrates. Die größten Schulbauprojekte sind derzeit der Bau der vierten Grundschule in Heusenstamm (24 Millionen Euro), die Erweiterung der Sonnenblumenschule in Langen (25 Millionen Euro), der Neubau der Zweigstelle der Trinkbornschule in Rödermark-Ober-Roden (30 Millionen Euro) sowie der Neubau der sechsten Grundschule in Langen (knapp 31 Millionen Euro). Die Bauprojekte laufen über mehrere Jahre, in diesem Jahr tatsächlich ausgegeben werden 35,4 Millionen Euro, das sind 5,4 Millionen Euro oder knapp 20 Prozent mehr als 2022. Mit der Modernisierung und Erweiterung der Schulen schafft der Kreis bessere Voraussetzungen zum Lehren und Lernen. Das ist auch ein wichtiger Beitrag, um die schlechten Ergebnisse der PISA-Studie künftig zu verbessern und das Bildungsniveau sowie die Kompetenzen vor allem in Mathematik, im Lesen und in den Naturwissenschaften zu stärken.

In großen Schritten voran geht auch der Ausbau der digitalen Infrastruktur an den Schulen, mit dem Ziel einer lückenlosen Versorgung mit schnellem Internet. Als einer der ersten Schulträger in Hessen hatte der Kreis die Schulen bereits komplett mit WLAN ausgestattet. Mit Hilfe von Bund und Land wurde das Breitbandförderprojekt „Schulen und weiße Flecken“ angestoßen, mit dem unter anderem 70 Schulen ans Glasfasernetz angeschlossen werden.

Bereits seit dem Jahr 2019 beteiligt sich der Kreis am Digitalpakt des Landes Hessen, mit dem die Digitalisierung der Schulen vorangetrieben wird. Fördermittel flossen für die Ausstattung mit neuen Präsentationstechniken und modernen mobilen Endgeräten. Aufgrund von Lieferschwierigkeiten seitens der Hersteller können die interaktiven Displays als letzter Meilenstein nicht komplett in diesem Jahr montiert werden. Aktuell steht noch die Ausstattung von acht Grundschulen aus. Diese sollen im ersten Quartal 2024 nachgeholt werden. Außerdem gab es eine finanzielle Unterstützung aus dem Sonderprogramm Schulen für den Breitbandausbau, mit der die Ausstattung verbessert und der Support sowie die Fortbildung der Lehrkräfte gefördert wurden. Bis auf wenige Schulen sollen alle bis zum Jahresende noch an das Glasfasernetz angeschlossen sein.

Bei der Digitalisierung ganz weit vorn ist die Heinrich-Heine-Schule in Dreieich. Die Europaschule wurde vom Land Hessen als „Digitale Schule“ ausgezeichnet. Dieses Zertifikat erhielten auch die Heinrich-Mann-Schule in Dietzenbach, die Albert-Einstein-Schule in Langen, die Hermann-Hesse-Schule in Obertshausen, die Carl-Orff-Schule in Rodgau-Jügesheim und die Geschwister-Scholl-Schule in Rodgau-Hainhausen.

Neben der digitalen Technik braucht es mehr Menschen, die die Kinder fördern. In den Grundschulen bekommen die Mädchen und Jungen mehr Unterstützung von ehrenamtlichen Kräften, die durch persönliche Begleitung die individuelle Lernmotivation der Kinder stärken. Der Kreis hat gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt und den Kommunen das Projekt „LernenPlus“ ins Leben gerufen, bei dem die Lernbegleiterinnen und -begleiter mit den Kindern vor allem das Leseverständnis und den Wortschatz trainieren.

Wie kompetent die Schulen sind, zeigen Projekte und Auszeichnungen. Bei folgenden Themen und Wettbewerben sind Schulen im Kreis Offenbach Vorreiter und geehrt worden: „Profilschule für Sporttalente“, „Umweltschule 2023“, „Digitale Schule Hessen“, „Bewegung & Wahrnehmung“, „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, „Beste Schülerzeitung Deutschlands“, „PUSCH – Praxis und Schule – mehr Ausbildungskompetenz“, „Erfinderlabor“, „Deutsch-Französischer Entdeckungstag“ oder etwa „Jugend debattiert“.

Mobilitätsprojekte nehmen Fahrt auf

Fahrt aufgenommen haben auch wieder Projekte und Aktionen zur Verbesserung der Mobilität im Kreis. Nach der Pandemie trafen sich im Spätsommer im Kreishaus erstmals wieder 150 Interessierte beim Mobilitätsforum. Auch der Runde Tisch Radverkehr lief bereits zweimal in Präsenz und hat sich unter anderem mit der Revision des kreisweiten Radwegenetzes beschäftigt. Dabei wird die Beschilderung des 560 Kilometer langen Radwegenetzes im Kreis analysiert und verbessert. „Wir setzen uns für den Bau von Radschnellwegen und innerörtlichen Fahrradstraßen ein, denn das Fahrrad ist in unserer dicht besiedelten Metropolregion eine hervorragende Alternative zum Auto“, sagt Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger. Parallel zum Weiterbau des Radschnellweges FRM 1 (Frankfurt-Darmstadt) wurden für die beiden Radschnellwege FRM 8 und 9 die Machbarkeitsstudien fertiggestellt und die Vergabe der offiziellen Planungen vorbereitet. Der Kreis Offenbach ist im Arbeitskreis „Radforum Rhein-Main“ und bei der Machbarkeitsstudie zum sogenannten Tor zur Welt, der Bahnunterführung bei Zeppelinheim, aktiv.

In diesem Jahr lief ferner die Erkundung einer neuen weiträumigen Apfelwein- und Obstwiesenroute (Mühlheim-Obertshausen-Rodgau-Rödermark), die gemeinsam mit der Regionalpark GmbH und dem Regionalverband realisiert werden soll. In verschiedenen Arbeitskreisen beschäftigen sich die Fachleute des Kreises außerdem mit dem Bau der Regionaltangente West, der Umgestaltung des Tannenmühlkreisels, der Neukonzeption des Bahnhofsvorplatzes in Langen, der Machbarkeitsstudie einer neuen Mainquerung zwischen Hanau und Offenbach sowie der Weiterentwicklung der Neuen Mitte und des Busbahnhofvorplatzes in Dietzenbach. „Wir haben auch den Weg geebnet für die Einstellung von Nahmobilitätskoordinatoren, die eine Brücke zu den Kommunen bauen und die Städte und Gemeinden künftig bei Mobilitätsprojekten unterstützen“, sagt Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger.

„kvgOF Hopper macht großen Sprung“

Ziel des Kreises und der Kreisverkehrsgesellschaft ist es, die Angebote mit Bus und Bahn attraktiver zu gestalten, damit mehr Menschen das Auto stehen lassen und umsteigen. In diesem Jahr erheblich erweitert wurden die Fahrten mit dem „Hopper“, ein Elektro-Kleinbus, der neudeutsch On-Demand-Shuttle heißt und ähnlich wie ein Taxi per App auf dem Smartphone bestellt werden kann. „Mit dem ,Hopper´ ist der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach in diesem Jahr ein großer Sprung gelungen. Seit dem Sommer rollt der ,Hopper´ auch durch Dietzenbach, Dreieich, Neu-Isenburg und Rodgau. Damit ist der Kreis Offenbach der erste in Hessen, der einen On-Demand-Verkehr flächendeckend anbietet“, so Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger, die auch Aufsichtsratsvorsitzende der Kreisverkehrsgesellschaft ist. Der „Hopper“ fährt auf Erfolgskurs. Monatlich nutzen rund 50.000 Bürgerinnen und Bürger die umweltfreundlichen Fahrzeuge. „Anfang November konnten wir den 500.000sten Fahrgast begrüßen“, sagt Claudia Jäger.

Seit der Einführung des Deutschland-Tickets im Sommer zum Preis von 49 Euro pro Monat sowie des „Hessenpass“ registrierte die Kreisverkehrsgesellschaft 1.700 Nutzende des Deutschland-Tickets und 1.730, die vergünstigt mit dem Hessenpass im Nah- und Regionalverkehr unterwegs sind. Allerdings registrierte die Kreisverkehrsgesellschaft auch 450 Kündigungen von Jahres-Abonnements.

Klimaschutz geht alle an

Nachdem der Kreis Offenbach vergangenes Jahr dem Aktionsbündnis Klima-Kommunen beigetreten ist, wurde unter der Federführung von Simon Lindörfer ein interner Arbeitskreis installiert und ein Aktionsplan Klimaschutz erarbeitet. Um die Herausforderungen zu meistern, sollen zwei weitere Fachleute eingestellt werden. Sie werden sich unter anderem mit der Frage beschäftigen, welchen Beitrag der Kreis leisten kann, um Emissionen zu reduzieren, Ressourcen zu schonen und damit der Erderwärmung entgegenzuwirken. „Bisher haben wir mit der energetischen Sanierung von Schulen, der Förderung der Elektromobilität, dem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs oder der Verbesserung des Radwegenetzes einiges bewegt“, sagt Landrat Oliver Quilling.

Neben verschiedenen Veranstaltungen, die die Volkshochschule Kreis Offenbach beispielsweise zu den Themen Umwelt, Ernährung oder Konsum angeboten hat, wurden die Bürgerinnen und Bürger im Kreishaus in Dietzenbach am 1. Juli beim Aktionstag Energiewende für den Klimaschutz sensibilisiert. Über 30 Aussteller gaben an ihren Ständen, bei Diskussionen und in Workshops Impulse und zeigten, wie Klimaschutz zuhause und im Alltag beginnen kann und dass alle etwas dazu beitragen können.

Europa kennenlernen und verstehen

Die Fachleute des Informationszentrums Europe Direct Relais Rhein-Main haben in diesem Jahr für viele Bürgerinnen und Bürger Europa erlebbar gemacht. Es gab verschiedene Möglichkeiten, die Europäischen Institutionen kennenzulernen und mehr über den europäischen Gedanken zu erfahren. Ein Ziel war beispielsweise die Europäische Zentralbank in Frankfurt. Außerdem nahmen Bürgerinnen und Bürger an virtuellen Rundgängen durch das EU-Parlament teil und führten mit Europaabgeordneten Gespräche. Auch jungen Menschen wurde ein besonderer Zugang zu Europa ermöglicht. In Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendbildungswerk fand eine Fahrt für Jugendliche nach Straßburg statt. Außerdem haben sich die Fachleute des Europe Direct Relais Rhein-Main in Berlin mit Ehrenamtlichen und sogenannten Multiplikatoren aus dem Bereich Antidiskriminierung und Antirassismus ausgetauscht. Sie besuchten auch gemeinsam die EU-Kommission.

Das Europe Direct Relais Rhein-Main informierte auf dem Museumsfest in Frankfurt in Kooperation mit dem Kinderradio Teddy und der EU-Kommission über seine Angebote und gestaltete den Fachkräftetag des Kreises Offenbach mit. Darüber hinaus gab es Planspiele zu den Themen Asyl und Klimaschutz an Schulen, wo das politische Mehrebenen-System der EU erläutert wurde. Die neu ins Leben gerufene Jugendeuropagruppe beschäftigte sich mit dem aktuellen Thema Wahlberechtigung. Bei der Europawahl 2024 dürfen erstmals auch 16-Jährige abstimmen.

„Fair handeln schafft „Fair-Bindung“

Seit Februar 2020 trägt der Kreis Offenbach offiziell den Titel Fairtrade-Kreis. Dabei geht es um Transparenz und Gerechtigkeit. Ziel ist es, den Menschen bewusst zu machen, unter welchen Bedingungen Produkte hergestellt und – meist über weite Strecken – zu den Kunden geliefert werden. Fairtrade lenkt den Blick auf soziale, wirtschaftliche und ökologische Aspekte des Handels.

Die Bürgerinnen und Bürger waren in diesem Jahr vom Kreis Offenbach bei der deutschlandweiten Fairen Woche zu kreativen Mitmachaktionen eingeladen. Kundinnen und Kunden, die in einem Einkaufsmarkt in Neu-Isenburg faire Produkte gekauft hatten, trafen an der Kasse auf Landrat Oliver Quilling, der als Dankeschön einen „fairen Fußball“ überreichte. Die Themen Nachhaltigkeit und Fairness wurden auch bei einem Vernetzungstreffen, das der Sportkreis Offenbach und der Verein Rhein-Main-Fair zum Thema Fairer Handel im Sport organisiert hatten, diskutiert.

Bei einer vom Kreis, dem Evangelischen Dekanat Dreieich-Rodgau und dem Verein Rhein-Main-Fair organisierten Fachkonferenz informierten sich rund 150 Mitarbeitende in Kindertagesstätten über den fairen Handel und erfuhren, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung kindgerecht umgesetzt werden kann. Dabei wurde die Kindertagesstätte „Wilde Zwerge“ aus Mühlheim, nach der Kita „Kirchenmäuse“ in Dreieich die zweite Einrichtung im Kreis, als „Faire Kita“ ausgezeichnet. Zum Jahresprogramm des Fair-Trade-Kreises gehörten auch eine Onlineveranstaltung mit dem Thema Faire Rohstoffe.

Internationale Partnerschaften

Nachdem der Kreistag beschlossen hatte, eine Partnerschaft mit einer ukrainischen Kommunen zu begründen, wurde mit der Stadt Berehowe in Transkarpatien eine passende Partnerkommune gefunden. In diesem Jahr spendete der Kreis bereits Tafeln für Schulen in Berehowe. Zu der Kleinstadt existiert seit Jahren eine Verbindung, die von einer Initiative in Neu-Isenburg geknüpft wurde. Die Gruppe hat schon knapp 20 Transporte mit Hilfsgütern in die Ukraine gebracht, um die Menschen zu unterstützen.

Mit Sorge blickte der Kreis Offenbach auf seine Partnerkommune Kiryat Ono in Israel, das von der Terrorgruppe Hamas angriffen wurde. Landrat Oliver Quilling hat die Partnerinnen und Partner in Kiryat Ono kontaktiert und sein Mitgefühl zum Ausdruck gebracht. Im Kreistag gab es eine Schweigeminute und Kreistagsvorsitzender Volker Horn hielt eine Rede zur Lage in Israel.

Wieder Bewegung im Vereinsleben

Nach dem Abklingen der Nachwehen der Pandemie konnten die Vereine im Kreis Offenbach in diesem Jahr erstmals wieder richtig durchstarten. Für viele Kultur- und Sportvereine war 2023 ein Jahr geballter Aktionen, die auch für neue Mitglieder sorgten. Mit sogenannten Restart-Kampagnen, Schnupper- sowie Sporttagen und kreativen Angeboten haben sich Vereine dem allgemeinen Abwärtstrend während der Coronazeit erfolgreich widersetzt. Überhaupt erlebt der hessische Sport nach Darstellung des Landesportbundes einen Aufwärtstrend. Aus Sicht der Kultur- und Sportförderung des Kreises Offenbach hat sich das Vereinsleben bis auf einige Ausnahmen nach der Coronakrise weitgehend stabilisiert. Vieles wurde in diesem Jahr nachgeholt und so konnte auch erstmals wieder in vollem Umfang das Europafest in Obertshausen gefeiert werden.

„Dank des Engagements vieler ehrenamtlicher Kräfte registriert die Mehrzahl der Vereine derzeit einen Zulauf. Mehr Mitglieder zählen vor allem Tennisclubs und Vereine, die Basketball anbieten. Sie machen derzeit Punkte. Der Gewinn der Weltmeisterschaft hat einen starken Impuls ausgelöst, von dem die Basketballvereine profitieren“, sagt Landrat Oliver Quilling.“

Auch die Kulturszene blühte im Kreis Offenbach wieder auf. Highlights waren unter anderem Konzerte vor der historischen Kulisse im Schloss Wolfsgarten bei Langen und Jazz-Sessions in den Kommunen, die mit Unterstützung des Kulturfonds´ Frankfurt RheinMain, dem der Kreis seit Juli 2022 angehört, über die Bühne gingen.

Der Kreis hat seine Unterstützung für Vereine in diesem Jahr weiter ausgebaut und hilft insbesondere bei der Digitalisierung. In Kooperation mit der Landesehrenamtsagentur Hessen wird die Innovationsplattform Futury genutzt, damit Vereine passgenau von den Vorteilen der Digitalisierung profitieren. Zunächst wurde mit der Turngemeinde Dietzenbach, dem Geschichtsverein Egelsbach und dem Mühlheimer Karneval-Verein ein Trio ausgewählt, das in dem hessenweiten Modellprojekt „Unser Verein: Regional und Digital“ in Workshops und Coachings geschult wurde. Allen Vereinen bietet der Kreis Arbeitstreffen und Fortbildungsseminare an. Außerdem steht das „Praxishandbuch Digitalisierung für Vereine“ unter www.kreis-offenbach.de/praxishandbuch zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Vielfältiges Engagement für den Naturschutz

Schwerpunkte der Arbeit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises bilden die Förderung der Biodiversität, der Biotopschutz, naturschutzfachliche Stellungnahmen im Zusammenhang mit Bauprojekten sowie nicht zuletzt die Pflege und der Ausbau der Streuobstwiesen.

Die Neuanpflanzung von Streuobst in den Kommunen wurde vom Kreis Offenbach in diesem Jahr mit rund 11.000 Euro gefördert. Außerdem stellte der Fachdienst Umwelt 1.500 Euro für die Baumpflege und für Schnittkurse zur Verfügung. Insgesamt konnten dadurch rund 250 Obstbäume gepflanzt werden, die meisten in den großen zusammenhängenden Streuobstgebieten in Mühlheim und Rodgau.

„Wir danken allen ehrenamtlichen Kräften in den Naturschutzverbänden, die uns beim Einsatz im Grünen unterstützen“, sagt die für den Umweltschutz zuständige Dezernentin, Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger. Der Fachdienst hebt das Engagement der Mitglieder des neugegründeten Vereins „Streuobstfreunde Mühlheim Hanau e. V.“ besonders hervor. Die Naturschützer sehen sich als Nachfolger der lokalen Gruppe der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und kümmern sich seit diesem Jahr um den Erhalt des Gailenbergs als Streuobstgebiet. Die ehrenamtlichen Kräfte organisieren die Baumpflanzaktionen und unterstützen bei der fachgerechten Pflege sowie der Neupflanzung von Streuobstbäumen. Der Verein bietet Interessierten Schulungen und Beratungen an, lädt zu Streuobstwiesenfesten und speziellen Veranstaltungen für Kindertagesstätten und Schulen ein. Durch die vielfältige Arbeit im Umweltschutz soll die Natur wieder auf einen grünen Zweig kommen. Knapp die Hälfte der Fläche des Kreises ist grün, es gibt in den 13 Kommunen 33 ausgewiesene Naturschutzgebiete mit einer Gesamtgröße von rund 1.600 Hektar.

Zusammenhalt zählt

Mitten in der prosperierenden Metropolregion FrankfurtRheinMain sind die 13 Kommunen im Kreis Offenbach für immer mehr Menschen zum Anziehungspunkt geworden. Sie wohnen und arbeiten gern in der „Großstadt im Grünen“, wie der Kreis wegen seiner großen Wald- und Wiesenfläche genannt wird. Innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl der Menschen um 26.000 auf heute 362.000 gestiegen. „Das stellt uns bei der Infrastruktur mit Blick auf Wohnungen, Kinderbetreuung, Bildung und Klimaschutz vor große Herausforderungen, die wir am besten im kommunalen Verbund und gemeinsam mit motivierten Bürgerinnen und Bürgern meistern können. Wenn die Gesellschaft nicht polarisiert und wir weiter zusammenhalten, schaffen wir es, unser soziales Netzwerk zu sichern und unseren Wohlstand ohne Ressourcenverschwendung zu halten“, sagt Landrat Oliver Quilling.