Sprungziele
Seiteninhalt

Klimaschutz

Am 12. Dezember 2015 hat sich die Weltgemeinschaft in Paris darauf verständigt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius und möglichst unter 1,5 Grad Celsius zu beschränken. Die Bundesregierung und das Bundesland Hessen haben sich daher verpflichtet bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu werden.

Die Umsetzung des Klimaschutzes findet im Regionalen statt. Die Klimaschutzstrategie des Kreises Offenbach besteht aus verschiedenen Maßnahmen.

Schulgebäude

Die Schulen im Kreisgebiet werden mit der Maßgabe der Energieeffizienz und der Treibhausgaseinsparung saniert und gebaut.

Die folgenden drei Beispiele geben einen Einblick in aktuelle Renovierungsmaßnahmen:

    • Der Erweiterungsbau der Janusz-Korczak-Schule in Langen wurde im Holz-Rahmenbau konstruiert. Durch die Wahl von Holz als Baustoff, wurde eine CO2-Reduzierung, von circa 400 Tonnen, gegenüber von herkömmlichen Baustoffen prognostiziert.
    • Bei der Sanierung der Alfred-Delp-Schule in Froschhausen wurden insgesamt 40 Fenster der Grundschule gegen dreifach verglaste Modelle ausgetauscht. Ein 24 cm dicker Wärmeschutz wurde zudem auf dem gesamten Gebäude aufgebracht.
    • Die Schulsporthalle der Ludwig-Erk-Schule in Langen wird vollumfänglich energetisch saniert. Neben dem Einbau einer energieeffizienten Deckenstrahlheizung erfolgt zusätzlich auch die Installation einer Warmwasserbereitung, die auch regenerative Energie durch eine thermische Solaranlage nutzt.

Mobilität

Seitens des Kreises wird ein Leitbild Mobilität entwickelt, dessen Spektrum von kleineren baulichen Anpassungen über weitergehende langfristige konzeptionelle Planungen über alle Verkehrsträger reicht und dem Klimaschutz dient. Der Kreis, der ständig die Radverkehrssysteme im Kreis überprüft und verbessert, ist am Bau und Machbarkeitsstudien von überregionalen Radschnellwegen beteiligt: Bau Frankfurt-Darmstadt, Machbarkeitsstudien: Hanau-Frankfurt, Seligenstadt-Flughafen.


Der Kreis fördert mit einem kostenlosen RMV-Jobticket den Umstieg seiner Mitarbeiter vom Auto auf den ÖPNV. Durch den Hopper ist der ÖPNV im Ostkreis flexibel geworden und der Anreiz erhöht worden, auf das eigene Auto zu verzichten. Außerdem werden bereits elektrische Kleinbusse beim Hopper eingesetzt. Die Kreisverkehrsgesellschaft kvgOF führt aktuell eine Studie zum Einsatz von emissionsfreien Linienbussen im Kreis durch.


Auch der Bereich der Elektromobilität wird gefördert. Im Kreishaus stehen vier PKW-Ladeanschlüsse für den Eigenbedarf bereit. Es werden drei Hybrid-Fahrzeuge, ein Elektrofahrzeug für die Poststelle und ein E-Car-Sharing-Fahrzeug, das von der Maingau GmbH betrieben wird, benutzt. Zudem unterstützt der Kreis die Ausschreibungen des Bundesverkehrsministeriums zur Suche von Standorten für Elektroschnellladestationen und kommuniziert dazu mit den Kreiskommunen.

Naturschutz

Der Klimawandel und der Verlust der biologischen Vielfalt hängen stark zusammen. Der Kreis Offenbach sichert durch die Arbeit seiner Unteren Naturschutzbehörde die biologische Vielfalt, pflegt und gestaltet Biotope und schützt gefährdete Lebensräume. Zu diesen Lebensräumen gehören auch die Obstwiesen, deren Pflege und Erhaltung der Kreis Offenbach unterstützt. Die Hessische Apfelwein- und Obstwiesenroute, die im Kreis Offenbach verläuft und für deren Aufrechterhaltung der Kreis ständig Partner sucht, schärft das Bewusstsein für den Lebensraum Streuobstwiese und die damit verbundenen Erzeugnisse. Die Route erhöht den wirtschaftlichen Anreiz für Landwirte und Obstbauern, die Obstwiesen zu pflegen beziehungsweise neu anzulegen. Damit sichert der Kreis Offenbach den Fortbestand der Streuobstwiesen.

Informationsangebote

Die Informationsangebote des Kreises Offenbach bieten den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit mehr über Klimaschutz und Nachhaltigkeit, auch im eigenen Alltag, zu erfahren und im regen Austausch miteinander Lösungsansätze zu erarbeiten.

Das Europe Direct Relais Rhein-Main im Kreishaus führt öffentliche Veranstaltungen zu den Themen Nachhaltigkeit und Klimawandel durch. 2021 diskutierten beispielsweise Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft die Auswirkungen des europäischen Green Deal auf die Mobilität in der Region. Mit den Maßnahmen des Green Deal möchte die Europäische Union bis 2050 klimaneutral werden.

Für Schulen wird zudem ein europäisches Klimaplanspiel angeboten. Das Jugendbildungswerk spricht mit den Jugendlichen über Nachhaltigkeit und Klimaschutz und führt Veranstaltungen und Projekte dazu durch. Die vhs Kreis Offenbach diskutiert und überlegt in ihrer Bildungsreihe „Energie trifft Umwelt“ den zukunftsgerechten, bewussten und alltagstauglichen Umgang mit Energie.

Fairtrade-Kreis

Seit 2020 trägt der Kreis Offenbach offiziell den Titel Fairtrade-Kreis und setzt damit ein Zeichen für faire Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie Nachhaltigkeit. Fairtrade versteht sich auch als globale Bewegung für Klimagerechtigkeit und trägt dazu bei, die Menge der Treibhausgasemissionen im Produktionsprozess zu reduzieren und Produzenten bei der Klimaanpassung zu unterstützen. Der Kreis Offenbach hat bereits zahlreiche Einzelhandelsläden und Gastronomiebetriebe, die faire gehandelte Produkte anbieten, für die Kampagne gewinnen können.

Klimathon

Im Zeitraum vom 1. November bis 12. Dezember 2021 hat der Kreis Offenbach einen „Klimathon“ durchgeführt. Diese App-basierte Aktion hat den Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen, Schulen und Vereinen aufgezeigt, wie einfach und konkret sich Klimaschutz in den (persönlichen) Alltag integrieren lässt und welche Auswirkungen das auf den CO2-Fußabdruck hat. Der Kreis zeigte dabei über die Social-Media-Kanäle Facebook und Instagram öffentlichkeitswirksam auf, wie Klimaschutz in den Handlungsfeldern Ernährung, Urlaub und Freizeit, Shopping, Digitales Leben, Mobilität und Wohnen funktioniert.

Klimaziele Deutschland

Die Bundesregierung hat sich verpflichtet bis 2045 klimaneutral zu sein. Die entsprechende Gesetzesnovelle ist am 31. August 2021 in Kraft getreten. Klimaneutral bedeutet ein Gleichgewicht zwischen Treibhausgas-Emissionen und deren Abbau herzustellen. Bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen in Deutschland um mindestens 65 Prozent und bis 2040 um mindestens 88 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 reduziert werden. Mit dem im Jahr 2021 novellierten Bundes-Klimaschutzgesetz soll das Pariser Klimaziel erreicht werden. Dieses Ziel lautet, den Anstieg der durchschnittlichen Erdtemperatur deutlich unter 2 °C über dem vorindustriellen Niveau zu halten und Anstrengungen zu unternehmen, den Temperaturanstieg auf 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

Klimaziele Hessen

Hessen möchte bis 2045 klimaneutral werden. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Landesregierung Hessen 2017 den Integrierten Klimaschutzplan Hessen 2025 (IKSP) erarbeitet, der aus 140 Maßnahmen besteht, mit denen Hessen den Klimaschutz gestalten und Klimafolgen begegnen will. Das Land Hessen sieht dabei die Landkreise als wichtige Unterstützer für Klimaschutzmaßnahmen an, da diese die Bürgerinnen und Bürger ortsnah erreichen.

Die Klima-Kommunen

Die Charta "Hessen aktiv: Die Klima-Kommunen" verpflichtet seine Teilnehmenden auf der Grundlage einer CO2-Bilanz, Aktionspläne mit Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu erstellen und diese zu verwirklichen. In Hessen haben sich inzwischen über 280 hessische Städte, Gemeinden und auch Landkreise dem Ziel verpflichtet. Gefördert werden investive Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen, Öffentlichkeitsarbeit, Bildungs- und Informationsinitiativen im Klimabereich sowie die Beteiligung an Wettbewerben.