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WIR - Koordinationsstelle

Der Kreis Offenbach nimmt am hessischen Landesprogramm WIR teil, um das Zusammenleben in den Kommunen zu fördern und sich an einer landesweiten, zukunftsorientieren Integrationspolitik zu beteiligen. 2014 wurde die Stelle einer WIR-Koordination eingerichtet, die interkulturelle Öffnungsprozesse in Verwaltungen, Einrichtungen und Verbänden anstößt und begleitet und damit die „Willkommenskultur“ weiter- beziehungsweise neu entwickelt.

Im Kreis Offenbach und den 13 Kommunen hat Integrationsarbeit seit Jahren einen großen Stellenwert. Das zeigt sich auch daran, dass seit 2002 in neun der dreizehn Kommunen und in der Kreisverwaltung Integrationsstellen errichtet wurden. Die WIR-Koordinationsstelle ist Bestandteil des Kreisintegrationsbüros, das eine Schnittstelle zwischen den kommunalen Integrationsstellen, der Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft bildet. Von hier aus werden Integrationsprozesse und Projekte initiiert, begleitet und umgesetzt.

Durch die enge Vernetzung mit verschiedenen Kooperationspartnerinnen und -partnern fördert und unterstützt die WIR-Koordinationsstelle die Integrationsarbeit und das gesellschaftliche Zusammenleben im Kreis Offenbach.

Tätigkeitsfeld

Das Tätigkeitsfeld „Interkulturelle Öffnung“ der WIR-Koordination beinhaltet unter anderem die Erfassung des aktuellen Stands der Integrationsarbeit in einzelnen Kommunen (Bestandsaufnahme), die konzeptionelle Weiterentwicklung sowie die Sensibilisierung für das Zusammenleben in einer superdiversen Gesellschaft. Des Weiteren wurden im Rahmen von WIR und mit unterschiedlichen Kooperationspartnern verschiedene Projekte und Fortbildungen realisiert: Auf Verwaltungsebene wurden beispielsweise kommunenübergreifend Interkulturelle-Kompetenz-Schulungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in publikumsintensiven Arbeitsbereichen angeboten. Zudem entstand auf Landesebene der Praxisleitfaden »interkulturelle Öffnung« mit den Schwerpunkten „Interkulturelle Kompetenz im Personalauswahlverfahren“ und „Erfassung von Beschäftigten mit Migrationshintergrund“.

Was ist WIR?

WIR ist ein hessisches Landesprogramm, das auf unterschiedliche Weise die Weiterentwicklung der Integrationspolitik in Hessen fördert.

Neben der Errichtung von kommunalen WIR-Koordinationsstellen in allen 33 Landkreisen, kreisfreien Städten, Sonderstatusstädten werden über WIR verschiedene Projekte zur Willkommens- und Anerkennungskultur angeboten und finanziell gefördert. Hierzu zählen zum Beispiel niedrigschwellige Sprachkursangebote, Projekte zur Unterstützung von Migrantenorganisationen oder für die Zielgruppe „geflüchtete Frauen“. Seit 2017 werden neben der WIR-Koordination zusätzlich sogenannte WIR-Fallmanager tätig, die speziell für die Zielgruppe „Geflüchtete“ zuständig sind.

Bestandsaufnahme über die Integrationsarbeit

Im Rahmen von WIR wurde in einzelnen Kommunen des Kreises mit qualitativen Interviews der Stand der Integrationsarbeit erhoben. Dazu wurden im Zeitraum 2014 bis 2016 in sechs Kommunen Gespräche mit ausgewählten Akteurinnen und Akteuren aus den Bereichen Politik, Verwaltung, aus Vereinen sowie der Stadtgesellschaft geführt.

Die Ergebnisse werden in Berichten festgehalten und zeigen unter anderem kommunale Besonderheiten, Schwerpunkte sowie Entwicklungen auf und enthalten Empfehlungen zur weiteren Ausgestaltung der Integrationsarbeit vor Ort.

Interkulturelle Öffnung & ausgewählte Projekte

Interkulturelle Öffnung ist eine Strategie in der Personal- und Organisationsentwicklung. Die Vielfalt der Gesellschaft berücksichtigend werden dabei bestehende Strukturen und ihre Zugangsbarrieren, die sich auf Teilhabevoraussetzungen von Menschen negativ auswirken können, analysiert und Optimierungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Projekt „Rettungsdienst und kulturelle Vielfalt“

Seit 2014 läuft unter der Überschrift „Rettungsdienst und kulturelle Vielfalt“ ein Projekt zur Interkulturellen Öffnung der Rettungsdienstanbieter im Kreis Offenbach. In den Jahren 2014 und 2015 lag der Fokus insbesondere auf der Sensibilisierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. In insgesamt zehn zweitägigen Schulungen wurden über 120 Mitarbeitende im Rettungsdienst für ihren Arbeitseinsatz in einer von Vielfalt geprägten Gesellschaft gestärkt. Zudem wurde in diesen Jahren der jährliche „Girls'Day und Boys'Day“ im Gefahrenabwehrzentrum abgehalten, um Jugendlichen die Arbeitsfelder „Rettungsdienst“ und „Feuerwehr“ näher zu bringen. Um Bausteine der interkulturellen Sensibilisierung in der Notfallsanitäter-Ausbildung zu verankern, wurden in der Ausbildung tätige Personen für die Vermittlung entsprechender Module geschult (2016).

Mit dem Schwerpunktbereich „Interkulturelle Öffnung“ begleitet das Integrationsbüro seit 2016 das Projekt „Feuerwehr – gemeinsam in die Zukunft“ des LFV Hessen auf konzeptioneller und fachlicher Ebene. Erste Erkenntnisse zum Umgang mit gesellschaftlicher Vielfalt in hessischen Feuerwehren wurden in einem Ergebnisbericht zusammengefasst, der im April 2017 veröffentlicht wurde.

Im September 2018 erschien die Broschüre "Feuerwehr für alle - Perspektiven und Praxistipss für interkulturelle Arbeit". Diese wurde vom Hessischen Ministerium des Inneren und für Sport in Kooperation mit dem Landesfeuerwehrverband Hessen sowie dem Integrationsbüro des Kreises Offenbach entwickelt.

Broschüre “Feuerwehr für alle - Perspektiven und Praxistipps für interkulturelle Arbeit“

Presseinformationen über WIR