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Corona-FAQ für Vereine und Kulturschaffende

Antworten auf die häufigsten Fragen von Vereinen und Kulturschaffenden zu Corona

Unter welchen Bedingungen kann ein Vereinsleben stattfinden?

Hessens Trainingsplätze sind seit Samstag, 9. Mai 2020, durch die Verordnung der Hessischen Landesregierung zur Beschränkung von sozialen Kontakten und des Betriebs von Einrichtungen und von Angeboten aufgrund der Corona-Pandemie vom 7. Mai 2020 wieder freigegeben. Damit ist Breiten- und Freizeitsport möglichen. Der Wettkampfbetrieb ist allerdings auf den Spitzen- und Profisport beschränkt, der individuelle Hygienekonzepte vorlegen muss.

Im Trainingsbetrieb sind alle Sportarten möglich; allerdings nur unter bestimmten, geregelten Voraussetzungen. So muss der Trainingsbetrieb beispielsweise kontaktfrei und bei einem Mindestabstand von 1,5 Metern ausgeübt werden. Umkleide-, Dusch- und Waschräume müssen geschlossen bleiben. Zudem sind die Hygieneauflagen und Regeln der einzelnen Sportfachverbände zu beachten.

Die oben genannte Verordnung regelt ferner, unter welchen Voraussetzungen Kulturveranstaltungen stattfinden können sowie das Vereinsleben außerhalb des Sports. 

Auf dem Rückweg hin zu einem normalen Sportbetrieb hat der unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) organisierte Sport in Deutschland unter den Vorzeichen der weltweiten Corona-Pandemie und den bundesweiten Kontaktbeschränkungen zudem die Grundlagen für einen ersten Schritt vorgelegt. Diese bestehen aus den zehn DOSB-Leitplanken mit Erläuterungen und den sportartspezifischen Übergangs-Regeln der Spitzenverbände.

Unter welchen Umständen können Vereine Sporthallen nutzen?

Vereine können die Schulturnhallen im Kreis Offenbach wieder im Einvernehmen mit der Schulleitung sowie in Abstimmung mit der Kommune nutzen. Der Kreis hat die Organisation der außerschulischen Nutzung den Städten und Gemeinden übertragen. Die Empfehlung der Sportämter im Kreis lautete: maximal eine Person pro zehn Quadratmeter Hallenfläche. Ein Drittel der Hallenfläche kann also ungefähr von maximal 20 bis 30 Personen genutzt werden, je nach Größe der Halle.

Für die Reinigung der Hallen gilt:

      • Unabhängig von der besonderen Situation „Corona“ reinigt der Kreis die Hallen grundsätzlich nur für den schulischen Bedarf.
      • KOREAL stellt für den Vereinssport sicher, dass Toiletten geöffnet und täglich gereinigt werden. Seifenspender und Papierhandtücher werden aufgefüllt.
      • Der Schulsport ist bis zu den Sommerferien ausgesetzt, was die Nutzung der Hallen durch die Schule, etwa für Betreuung, nicht ausschließt.
      • Gleichwohl stehen die Hallen dem Vereinssport unter Beachtung der Hygieneanforderungen zur Verfügung. Städte und Gemeinden stellen vor Ort eine einheitliche Handhabe der Umsetzung Hygieneanforderung sicher.
      • Auch jeder Verein, der eine Halle nutzt, muss einen Hygieneplan vorlegen.

Details zum Hygieneplan:

      • Der Schulsport ist bis zu den Sommerferien ausgesetzt, ein spezieller Hygieneplan besteht nicht. Seifenspender und Papierhandtücher sind vorhanden und werden regelmäßig aufgefüllt.
      • Grundsätzlich ist von folgendem auszugehen: Die Sporthallen sind durch den Corona-Virus nicht gefährdet. Vielmehr geht es um den Schutz der Nutzer voreinander. Diesen Schutz hat jeder Verein in eigener Verantwortung sicher zu stellen.
      • Der Kreis hat die Organisation der außerschulischen Nutzung den Städten und Gemeinden übertragen. Sie regeln die Nutzung mit den Vereinen vor Ort und haben für die städtischen Hallen bereits Empfehlungen erarbeitet, die auch für die Nutzung der kreiseigenen Hallen Anwendung finden werden.

Die Sportförderung hat in Absprache mit dem Gesundheitsamt einen Entwurf eines Hygieneplans zur Nutzung der Turnhallen durch Sportvereine erstellt.

Hygienekonzepte der Vereine:

Weitere Fragen beantwortet das Team der Sportförderung, Telefon 06074 8180-1060 oder per E-Mail.  

Kann wieder in Schwimmbädern trainiert werden?

Frei- und Hallenbäder der Bundes- und Landeszentren für Bundeskaderathleten sowie zur Durchführung des Sportabiturs sind unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln geöffnet. Ab dem 1. Juni 2020 können Schwimmvereine in hessischen Schwimmbäder unter Beachtung der im Sport vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregeln wieder trainieren und Kurse anbieten. Sauna- und Wellnessbereiche und ähnliche Angebote müssen aber geschlossen bleiben.

In einem weiteren Schritt sollen Schwimmstätten in Hessen für den allgemeinen Sportbetrieb unter strengen Hygienekonzepten mit reduzierten Besucherzahlen geöffnet werden. 

Dürfen Chöre und Orchester proben?

Es kann derzeit für mindestens vertretbar gehalten werden, wenn Chöre und Orchester unter Beachtung der sonstigen Vorschriften zu Proben und Aufführungen zusammenkommen. Zwar ist der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen Raum nur alleine, mit einer weiteren Person oder gemeinsam mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes gestattet. Für diverse Lebensbereiche gelten diese Beschränkungen jedoch nicht beziehungsweise mit abweichenden Vorgaben zu der Anzahl der Teilnehmenden. Großzügigere Handhabungen sind nur in Bereichen möglich, in denen Verantwortliche weitergehende Schutzmaßnahmen ergreifen sowie die Einhaltung sicherstellen und überwachen müssen. Dies ist beispielsweise bei Zusammenkünften und Veranstaltungen im Bereich der Kulturangebote, aber auch bei der Vereinsarbeit der Fall.

Das gemeinsame Proben kann in den Bereich der Kultur sowie unter den Oberbegriff der Vereinsarbeit eingeordnet werden, für die einige Lockerungen nach den Anwendungshinweisen gelten. Konkret wird es auf die hygienischen Bedingungen im Einzelfall sowie den Umgang mit der aktuell gestärkten Eigenverantwortlichkeit der lokalen Akteure ankommen. Aktivitäten wie Sprechen und Singen spielen beim Infektionsgeschehen eine besondere Rolle. Lautes Sprechen und Singen sollte aufgrund der verstärkten Tröpfchenbildung, die auch über größere Distanzen verbreitet werden können, vermieden werden. Den Beteiligten sollte also bewusst sein, dass das potentielle Verbreitungsrisiko gerade in dem Kontext besonders hoch sein kann.

Was beinhaltet das Hilfspaket für Vereine und Kulturschaffende?

Förderprogramm „Weiterführung der Vereins- und Kulturarbeit“

Das Land Hessen hat ein Förderprogramm „Weiterführung der Vereins- und Kulturarbeit“ verabschiedet, um die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie für die hessische Vereins- und Kulturlandschaft abzufedern. Je nach Situation des einzelnen Vereins kann dieser bis zu 10.000 Euro finanzielle Unterstützung beantragen.

Die finanziellen Auswirkungen der Corona-Virus-Pandemie auf gemeinnützige Vereine sind teilweise erheblich und können schnell existenzbedrohend werden, weil Vereine aufgrund des Vereins- und Steuerrechts nicht wie etwa Kapitalgesellschaften Rücklagen bilden, auf die sie in Krisenzeiten zurückgreifen können. Das Programm dient zur Abwendung dieser pandemiebedingten existenzbedrohlichen Engpässe im ideellen Bereich, das heißt es geht hier um die klassische Vereinsarbeit.

Hierfür können Fördergelder beantragt werden.

Laut der entsprechenden Richtline „Corona-Soforthilfe Vereine und Kulturschaffende“ können Mittel beantragt werden, beispielsweise für

      • Nachwuchsarbeit
      • Mieten und Betriebskosten wie Wasser, Strom oder weitere Nebenkosten
      • Instandhaltungen
      • Kosten für bereits in Auftrag gegebene und durch die Pandemie abgesagten Projekte wie beispielsweise Storno- und Reisekosten, Ausfallhonorare, Werbung oder Sachkosten
      • Diese Mittel können seit dem 1. Mai 2020 beim fachlich zuständigen Ministerium beantragt werden. Der Antrag auf Corona-Soforthilfe für Vereine und Kulturschaffende ist online abrufbar
      • Zu beachten ist, dass finanzielle Notlagen, die bereits vor dem 11. März bestanden haben, davon nicht abgedeckt werden

Durch das Hilfsprogramm können also ausgefallene Einnahmen, die ein Verein beispielsweise über Turniere oder Vereinsfeste erzielt hätte und damit seine Ausgaben deckt, jetzt durch das Programm zum Teil kompensiert werden. Insgesamt gilt das Förderprogramm für alle 41.000 gemeinnützigen Vereine und Initiativen in Hessen.

Team „Corona-Vereinshilfe“ 

Für die gemeinnützigen Sportvereine, die Mitglied im Landessportbund Hessen sind, hat das Hessische Ministerium des Innern und für Sport ein Team „Corona-Vereinshilfe“ auf die Beine gestellt. Anfragen und Anträge auf Corona-Soforthilfe für Vereine und Kulturschaffende können an die E-Mail-Adresse corona-vereinshilfe@sport.hessen.de gerichtet werden.

Wer kann wo Fördergelder beantragen?

Soforthilfe aus dem Bereich Kultur können Vereine, Kulturbetriebe und Spielstätten sowie Laienensembles beantragen, die nicht von der öffentlichen Hand getragen werden und in einem der folgenden Verbände Mitglied sind:

      • Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und soziokulturellen Zentren (LAKS) in Hessen
      • Landesvereinigung Kulturelle Bildung (LKB) Hessen
      • Landesjugend Trachtenverband
      • Hessischer Landestrachtenverband
      • Hessischer Literaturrat
      • Landesmusikrat
      • Landesverband Professionelle Freie Darstellende Künste (laPROF)
      • Landesverband der Jugendkunstschulen in Hessen
      • Verband hessischer Amateurtheater
      • Hessischer Museumsverband
      • unter dem Dach der Initiative HessenFilm versammelte Einrichtungen

Die Anträge auf Corona-Soforthilfe für Vereine und Kulturschaffende können beim Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst unter der E-Mail-Adresse corona-vereinshilfe@hmwk.hessen.de gestellt werden.

Gefördert werden auch Vereine, Initiativen und Organisationen, die sich in anderen gesellschaftlichen Bereichen engagieren. Dazu gehören beispielsweise

      • Naturschutzvereinigungen
      • Jägervereinigungen
      • Umweltbildungseinrichtungen
      • Jugendwaldheime
      • Einsatzstellen für das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ)
      • Wildparks und Tiergärten
      • Falknereien
      • Angel- und Fischereivereine
      • Naturparkvereine
      • Opferhilfevereine
      • Hospizdienste- und initiativen
      • Flüchtlingshilfe
      • Nachbarschaftshilfe
      • Landfrauen
      • Dach- und Fachverbände der Kindertagesbetreuung

Anträge auf Corona-Soforthilfe für Vereine und Kulturschaffende sind hier unter der E-Mail-Adresse corona-vereinshilfe@umwelt.hessen.de an das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie unter der E-Mail-Adresse corona-vereinshilfe@hsm.hessen.de an das Hessische Ministerium für Soziales und Integration zu richten. Für den Bereich des Tierschutzes können Vereine von einer Förderung profitieren, die dem Landestierschutzverband Hessen e.V. angehören oder entsprechende Ziele verfolgen. Gleiches gilt für die in anderen gesellschaftlichen Bereichen tätigen Vereine und Organisationen.

Soforthilfe aus dem Bereich Kultur können laut der entsprechenden Richtlinie Vereine, Kulturbetriebe und Spielstätten sowie Laienensembles beantragen, die nicht von der öffentlichen Hand getragen werden und in einem der folgenden Verbände Mitglied sind:

      • Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und soziokulturellen Zentren (LAKS) in Hessen
      • Landesvereinigung Kulturelle Bildung (LKB) Hessen
      • Landesjugend Trachtenverband
      • Hessischer Landestrachtenverband
      • Hessischer Literaturrat
      • Landesmusikrat
      • Landesverband Professionelle Freie Darstellende Künste (laPROF)
      • Landesverband der Jugendkunstschulen in Hessen
      • Verband hessischer Amateurtheater
      • Hessischer Museumsverband
      • unter dem Dach der Initiative HessenFilm versammelte Einrichtungen

Die Anträge auf Corona-Soforthilfe für Vereine und Kulturschaffende können beim Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst unter der E-Mail-Adresse corona-vereinshilfe@hmwk.hessen.de gestellt werden.

Unabhängig von der Corona-Soforthilfe können alle Vereine und Organisationen jederzeit unbürokratisch einen kleinen Betrag von 500 Euro Soforthilfe über Lotto-Tronc-Mittel beantragen. Die Mittel werden mit einem Schreiben an die Ministerin direkt beim Hessischen Ministerium für Umwelt, Klima, Landwirtschaft und Verbraucherschutz beantragt.

Ich bin ein Verein, der einen Wirtschaftsbetrieb unterhält. Bin ich antragsberechtigt?

Ja, auch Vereine dürfen einen Zuschuss aus dem Förderprogramm des Landes Hessen für Selbstständige, Soloselbstständige und Angehörige der Freien Berufe sowie gewerbliche Unternehmen und Unternehmen der Land- und Forstwirtschaft und Sozialunternehmen beantragen. Voraussetzung ist aber, dass diese wirtschaftlich und damit dauerhaft am Markt als Unternehmen tätig sind.

Es gilt zu unterscheiden:

      • Wirtschaftliche Vereine, also Vereine, deren Zweck auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gerichtet ist, können einen Antrag stellen.
      • Für Idealvereine, also Vereine, die nicht primär wirtschaftliche Ziele verfolgen wie etwa Sportvereine, Gesangsvereine, Musikschulen, kulturelle Einrichtungen, wie Museen, Theater und kulturelle Veranstaltungen gilt Folgendes: Der Liquiditätsengpass muss in dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb, der dem ideellen Hauptzweck untergeordnet ist, entstanden sein.  

Beispiel:

      • Der Sportverein kann einen Antrag stellen, wenn das Restaurant des Vereinsheims in einen existenzbedrohlichen Liquiditätsengpass geraten ist.
      • Dies gilt im Grunde auch für alle gemeinnützigen Idealvereine: Um hier einen Antrag auf Soforthilfe stellen zu können, muss der Liquiditätsengpass in dem Bereich des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes entstanden sein. 

Beispiel:

      • Relevant sind die Liquiditätsengpässe aus den Verbindlichkeiten des Vereinsrestaurants, da diese dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zuzurechnen sind.
      • Der Zweckbetrieb eines Vereins ist förderfähig, soweit er sich dauerhaft am Markt als Unternehmen betätigt. Der entsprechende Passus findet sich auf der Homepage des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen. 

Nicht förderfähig sind dabei allerdings öffentliche Unternehmen wie etwa Unternehmen, auf welche die öffentliche Hand aufgrund der entsprechenden Eigentumsverhältnisse, finanzieller Beteiligung, Satzung oder sonstigen Bestimmungen, die die Tätigkeit des Unternehmens regeln, unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss ausüben kann.

Welche Erleichterungen für Vereine gibt es?

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz informiert auf seiner Seite über das Gesetz zur Handlungsfähigkeit für Unternehmen, Genossenschaften, Vereine und Wohnungseigentümergemeinschaften, das eine Vielzahl von Erleichterungen auch für Vereine enthält sowie deren Handlungsfähigkeit und Beschlussfassung bei stark beschränkten Versammlungsmöglichkeiten sicherstellt.

Das Ministerium gibt zudem Antworten auf die meist gestellten Fragen zum Thema Handlungsfähigkeit für Vereine und Stiftungen während der Corona-Krise. Zudem finden sich auf der Website Informationen, wie Vereine ihre wirtschaftliche Existenz sichern. 

Welche Steuererleichterungen in der Corona-Krise gibt es?

Die von der Bundesregierung beschlossenen Steuererleichterungen in der Corona-Krise betreffen auch Vereine im Rahmen des unternehmerischen Bereichs, den sogenannten steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb. Mehr zu den Themen Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer oder Umsatzsteuer und wie man sie in der Corona-Krise herabsetzen kann, findet sich auf der Homepage des Landessportbundes Hessen e.V.

Kann ich virtuelle Mitgliederversammlungen abhalten?

Das Infoportal Vereinsknowhow.de widmet sich ebenfalls den rechtlichen Folgen der Corona-Krise für die Vereine. Unter anderem stellt der Vereinsinfobrief vom 29. März 2020 den juristischen Rahmen einer virtuellen Mitgliederversammlung vor und erklärt die rechtliche Lage in Bezug auf Vereinsaustritte wegen der Corona-Pandemie sowie einbehaltene Mitgliederbeiträge.   

Welche weiteren Hilfen gibt es für Kulturschaffende?

Hilfen für Künstler und Kreative

Die Bundesregierung hat Corona-Soforthilfen für Solo-Selbständige und kleine Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Folge von Corona in Höhe von insgesamt bis zu 50 Milliarden Euro beschlossen. Mit den Hilfen für Künstler und Kreative will die Bundesregierung finanzielle Soforthilfe in Form von Zuschüssen zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenz der Antragsteller und zur Überbrückung von akuten Liquiditätsengpässen leisten. Mit den Mitteln können laufende Betriebskosten wie Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten und ähnliches bezahlt werden.

Solo-Selbständige – also Selbständige ohne Beschäftigte oder Einzelkünstler – und Kleinstunternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten erhalten danach bis 9.000 Euro Einmalzahlung für drei Monate. Bei bis zu zehn Beschäftigten fließen bis 15.000 Euro Einmalzahlung für drei Monate.

Wichtige Antworten zur Corona-Soforthilfe gibt auch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen. Auch der Deutsche Kulturrat informiert umfassend über die Maßnahmen des Bundes für Kulturschaffende

Förderprogramm „Hessen kulturell neu eröffnen“

Das zweite Förderprogramm des Landes Hessen für Kulturschaffende hilft Künstlerinnen und Künstlern, Festivals und Kultureinrichtungen mit einem umfassenden Unterstützungspaket, die durch die Corona-Pandemie bedingten Einschränkungen zu überstehen und den Neubeginn zu meistern:

      • Festivals, die ihre Veranstaltungen absagen oder in den digitalen Raum verlegen müssen, erhalten Unterstützung dabei, den Einnahmeausfall zu verkraften.
      • Freie Künstlerinnen und Künstler können Arbeitsstipendien von je 2.000 Euro erhalten.
      • Mit einem Programm für Kultureinrichtungen, Spielstätten sowie Künstlerinnen und Künstler unterstützt das Land den Neustart mit innovativen Ansätzen.

Insgesamt stellt das Land hierfür rund 50 Millionen Euro zusätzliche Mittel bereit. Ab dem 1. Juni können Festivals und in der Künstlersozialkasse versicherte Kulturschaffende Mittel beantragen.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte per E-Mail an Janika Post aus dem Team der Kulturförderung des Kreises Offenbach.

Künstlersozialkasse, Finanzämter, GVL und GEMA reagieren auf die Situation der Kulturschaffenden

Im Falle von Einkommenseinbußen können Betroffene bei der Künstlersozialkasse und bei den Finanzämtern die Senkung ihrer Beiträge oder Steuervorauszahlungen beantragen; außerdem sind Stundungen möglich. Die Beiträge werden auf Antrag den geänderten Verhältnissen angepasst.

Inhaber eines Wahrnehmungsvertrags aus der freien Szene können auf einen Ausgleich hoffen: Ihnen bietet die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH (GVL) eine einmalige Soforthilfe in Höhe von 250 Euro an, wenn sie durch virusbedingte Veranstaltungsabsagen Honorarausfälle erlitten haben. Zur Beantragung müssen sich Betroffene direkt an die GVL wenden.

Die GEMA hat einen Schutzschirm Live eingerichtet, eine pauschale Nothilfe, mit der Musikurheber eine Vorauszahlung auf ihre künftigen Ausschüttungen in den Live- und Wiedergabesparten beantragen können. Diese finanzielle Unterstützung richtet sich vorrangig an Komponisten und Textdichter der GEMA, die zugleich als Performer auftreten und aufgrund von flächendeckenden Veranstaltungsabsagen in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Anträge können ab dem 30. März 2020 über das Online-Portal der Gema gestellt werden. Darüber hinaus hat die GEMA aus den Mitteln für soziale und kulturelle Förderung einen Corona-Hilfsfonds gebildet, aus dem existenziell gefährdete Mitglieder eine einmalige persönliche Übergangshilfe von bis zu 5.000 Euro beantragen können.

Hilfen für Heimatmuseen und den Unterhalt von Denkmälern

Ende April starte das Soforthilfeprogramm Heimatmuseen des Deutschen Verbandes für Archäologie e.V. (DVA) in Kooperation mit dem Deutschen Museumsbund. Das Projekt wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) mit insgesamt 1,5 Millionen Euro gefördert. Es richtet sich insbesondere an Heimatmuseen in ländlichen Räumen und bietet eine Förderung unter anderem bei Maßnahmen zum Bauunterhalt, zur Instandsetzung und zur Modernisierung.

Antragsberechtigt sind regionale Museen, Freilichtmuseen, archäologische Parks und Träger von Bodendenkmalstätten in Kommunen mit bis zu 20.000 Einwohnern. Die Höhe der Förderung ist auf je 25.000 Euro begrenzt und kann ab dem 20. April 2020 beantragt werden.

Neustart: Hilfsprogramm zur Wiedereröffnung von Museen

Wegen der Corona-Pandemie sind Museen in ganz Deutschland geschlossen. Voraussetzungen für ihre Wiedereröffnung sind geeignete Schutzmaßnahmen für Besucher und Personal sowie eine gute Besuchersteuerung. Kleinere und mittlere Einrichtungen werden dabei durch das Programm Neustart unterstützt.

Gefördert werden im Rahmen des Sonderprogramms Investitionen zwischen 10.000 und 50.000 Euro beispielsweise für den Einbau von Schutzvorrichtungen, die Optimierung der Besuchersteuerung sowie zur Einführung beziehungsweeise Anpassung digitaler Vermittlungsformate. Antragsberechtigt sind Museen, Ausstellungshallen und Gedenkstätten ebenso wie Veranstaltungsorte von Konzert- und Theateraufführungen sowie soziokulturelle Zentren und Kulturhäuser. Anträge können online über die Webseite des Bundesverbands Soziokultur gestellt werden. Welche Angaben erforderlich sind, ist der Homepage des Bundesverband Soziokultur und dessen Pressemeldung zu entnehmen. Dort findet sich auch ein entsprechender Musterantrag zu Neustart. Der Verband bietet zudem eine bietet eine individuelle Antragsberatung an.  

Bei Fragen hierzu wenden Sie sich bitte per E-Mail oder unter der Telefonnummer 06074-8180-1068 an unsere zuständige Mitarbeiterin aus dem Team der Kulturförderung des Kreises Offenbach, Frau Janika Post. 

Unterstützung für freiberufliche Museumswissenschaftler

Zur Unterstützung freiberuflicher Museumswissenschaftler hat die Ernst-von-Siemens-Kunststiftung kurzfristig ein Förderprogramm für Selbstständige in Museen und Sammlungen aufgelegt. Mit der Förderung sollen die Betroffenen an den Museen gehalten und in Notlagen unterstützt werden. Je nach Projekt will die Stiftung zwischen 2.000 und 25.000 Euro für begrenzte Restaurierungsprojekte und die wissenschaftliche Arbeit an Ausstellungskatalogen, Bestandskatalogen oder Werkverzeichnissen beisteuern.

Soforthilfeprogramm für Kulturzentren

Das Projekt „LAND INTAKT: Soforthilfeprogramm Kulturzentren“ ermöglicht ab sofort den soziokulturellen Zentren, Kulturhäusern sowie Kultur- und Bürgerzentren in Landgemeinden und Kleinstädten bis 20.000 Einwohnern programmbegleitende Investitionen und Modernisierungsmaßnahmen durchzuführen. Die Förderung kann bei der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V. beantragt werden.

Ergänzungsleistungen des Jobcenters

Noch ein wichtiger Hinweis: Selbstständige sollten sich nicht gleich arbeitslos melden. Sie können stattdessen Ergänzungsleistungen bei der Pro Arbeit des Kreises Offenbach beantragen, um zumindest den Lebensunterhalt abzusichern.

Wie kann ich meinem Kino vor Ort helfen?

Wer die lokalen Kinos im Kreis Offenbach unterstützen möchte, kann auf der Seite hilfdeinemkino.de sein Lieblingskino auswählen, freiwillig Kinowerbung schauen und es dadurch unterstützen. Die generierten Werbeumsätze fließen zu einem Teil direkt ans ausgewählte Filmtheater. Wer möchte, kann sein Lieblingslichtspielhaus über die Seite auch mit einer zustäzlichen Spende bedenken.

Drohen Bußgelder, wenn ich gegen die Schutzverordnungen verstoße?

Das Land Hessen hat eine Reihe an Verordnungen zum Schutz vor dem Corona-Virus erlassen, an die sich jeder halten muss. Verstöße gegen die Schutzmaßnahmen können Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten darstellen, die Bußgelder nach sich ziehen.

Seit dem 27. April 2020 gilt zudem auf Beschluss des Landes eine Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr, in Post- und Bankfilialen sowie in Geschäften. Ausgenommen sind Kinder unter sechs Jahren und Personen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder einer Behinderung keinen Mund-Nasen-Schutz tragen können.

Das Nichttragen einer Maske stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Wer keine Maske auf hat und auch nach mehrmaliger Aufforderung durch Polizei oder Ordnungsamt keine aufsetzt, dem droht ein Bußgeld in Höhe von 50 Euro.

Wohin kann ich mich bei Fragen zum Thema Kurzarbeit für hauptamtlich Beschäftigte wenden?

Bei Fragen zum Thema Kurzarbeit für hauptamtlich Beschäftigte im Verein können sich die Vereine im Kreis Offenbach unter der Telefonnummer 06074 8180-1061 oder per E-Mail an sport@kreis-offenbach.de an den Bereich Förderung des Ehrenamtes, Sport und Kultur wenden. Die Kolleginnen und Kollegen vermitteln den Kontakt zu einem kompetenten Mitarbeiter der Arbeitsagentur, der Beratungen für Vereine von der Anzeige der Kurzarbeit bis zum Antrag selbst anbietet.

Wo erfahre ich mehr über Themen wie Lizenzverlängerung, Gema-Beiträge oder Verträge und Mitgliedschaften?

Der Landessportbund Hessen informiert auf seiner Homepage unter Corona Aktuell über alle Entwicklungen und Entscheidungen in Folge der Corona-Pandemie; etwa über wirtschaftliche Hilfen, rechtliche Regelungen oder das Thema Lizenzverlängerungen, aber auch darüber, dass die GEMA alle Monats-, Quartals- und Jahresverträge ruhen lässt. 

Auf einer speziellen Internetseite werden alle drängenden Fragen der Vereine beantwortet und hilfreiche Links zur Verfügung gestellt. Zudem ist dort eine Liste mit Telefonnummern für dringende Anfragen abrufbar.

Hinweis: Die Seiten werden fortlaufend aktualisiert. Aufgrund der großen Situationsdynamik kann es jedoch passieren, dass die beschriebenen Informationen, Maßnahmen, Empfehlungen und Verordnungen jederzeit und kurzfristig geändert, verstärkt, verlängert oder gänzlich erneuert werden und die hier hinterlegten Angaben überholen.